„Die Corona-Pandemie wurde schamlos ausgenutzt!“

Der Tarifabschluss für die Sparkassen ist sicher nicht unser aller Wunschergebnis, denn die Kolleginnen und Kollegen in den Sparkassen werden in besonderem Maße in Anspruch genommen. Das muss zunächst festgehalten werden. Das ist Fakt. Fakt ist aber auch, dass der Abschluss ohne den beherzten Einsatz vieler in den Sparkassen deutlich schlechter ausgefallen wäre.

Nach der Tarifrunde ist vor der Tarifrunde!
Einige Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Sparkassen bewerten hier den aktuellen Tarifabschluss und wagen einen Ausblick in die Zukunft:

Nachdem die Arbeitgeber bereits im Jahr 2018 einen erfolglosen Angriff auf die SSZ starteten, ist es ihnen in diesem Jahr gelungen, die schlechten Rahmenbedingungen für sich zu nutzen und ihren Plan teilweise umzusetzen. Anders als in der letzten Tarifrunde kam diesmal der Angriff auf die SSZ aber nicht nur aus dem Lager der Sparkassen-Arbeitgeber, sondern auch ganz massiv von der Verhandlungsspitze der VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände).

Der VKA-Präsident Mädge betonte mehrfach, dass der Einkommensunterschied zwischen den Sparkassen-Beschäftigten und den Kolleginnen und Kollegen der anderen Branchen des öffentlichen Dienstes zu groß sei und in den Sparkassen zu viele Menschen arbeiten würden.

Die Sparkassen-Arbeitgeber drohten in den Verhandlungen bis zuletzt immer wieder mit einem Austritt aus der Tarifgemeinschaft, um im Sparkassen-Bereich einen eigenen Tarifvertrag verhandeln zu können und erhöhten damit den Druck auf die Verhandlungsspitze der VKA.

In der 3. Verhandlungsrunde steigerten die Sparkassenarbeitgeber abermals ihre Forderung, den garantierten Anteil der SSZ um nunmehr 34 Prozentpunkte zu kürzen und erhöhten damit den Druck auf die Verhandlung.

In allen Gesprächen und Diskussionen wurde deutlich, dass es den Sparkassen-Vorständen lediglich darum ging, ihre Schlappe aus 2018 auszugleichen und massiven Druck sowohl auf die Beschäftigten als auch auf die Arbeitgeberverbände auszuüben. Dabei gerieten der Dialog und der Austausch sachlicher Argumente zur Nebensache.

Einen eigenen Beitrag zur Beseitigung des angeblichen Wettbewerbsnachteils gegenüber den Genossenschaftsbanken lehnten sie ab.

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    Dieser Tarifabschluss hat mich wirklich sehr enttäuscht. Unter Berücksichtigung der verspäteten Erhöhung für die Sparkassen sowie die Beschneidung des garantierten Teils der SSZ und unter Einbeziehung der Inflationsraten ist es unterm Strich ein Negativabschluss. Die Arbeitgeber hatten wohl damit gedroht, den gesamten Abschluss zu kippen, wenn die Sparkassen nicht zustimmen.
    Wenn wir Sparkassen so erpressbar sind (auch für künftige Tarifauseinandersetzungen), denke ich ernsthaft über meine weitere Mitglideschaft bei Verdi nach.

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