Gespräch zum Tarifergebnis mit Frank Werneke und Christoph Schmitz

Das Tarifergebnis von Bund und Kommunen hat vor allem bei den Beschäftigten in den Sparkassen für Diskussionen gesorgt und es sind im Gespräch mit den Mitgliedern viele Fragen aufgetaucht. In diesem Video greifen Frank Werneke (ver.di Vorsitzender und Verhandlungsführer) und Christoph Schmitz (Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen) diese Fragen noch mal auf und stellen Ihre Sicht auf die schwierige Verhandlungssituation dar.

Zitate aus dem Video:

Frank Werneke:

„Die Aufstellung der Sparkassen war ganz klar, sie wollten ein Schleifen der Sparkassen-Sonderzahlung oder aber einen Ausstieg aus dem Tarifvertrag. Ohne dass es gelungen wäre, in dieser Tarifrunde noch mal massiv zu mobilisieren unter den Sparkassen-Beschäftigten, wäre das Ergebnis deutlich schlechter ausgefallen.“

Wären wir am 25. Oktober nicht zu einem Ergebnis gekommen, wäre die Konsequenz gewesen, diese Tarifrunde in das Frühjahr zu vertagen. Nur mit den Sparkassenkolleg*innen können wir zwar eine Sparkassenfiliale bestreiken und sie schließen – wenn sie nicht ohnehin schon geschlossen ist – aber es entsteht nicht genügend wirtschaftlicher Druck, um die kommunalen Arbeitgeber zu einer veränderten Verhandlungsposition zu bringen.  Die Alternative wäre ein Verlust des Tarifschutzes für die Sparkassenbeschäftigten gewesen. Das ist die eindeutig schlechtere Alternative.“

Christoph Schmitz:

„Die Arbeitgeber haben sich anders als 2018 gut vorbereitet und haben die Reihen geschlossen. Wir haben versucht gegenzuhalten, haben mehr mobilisiert, aber wenn man ehrlich ist, für zwei Sparkassen, die im Streik waren, gab es vielleicht acht Sparkassen, wo gar nichts passiert ist. Da sind dann weiße Flecken, die das Druckpotential, das wir mit solchen Streikaktionen erreichen wollen, zunichtemachen.
Wir müssen uns darauf einstellen, dass 2023 die Sparkassen versuchen, wieder an die SSZ ranzugehen. Meine Lehre ist, dass alle die, die jetzt gekämpft haben, dafür werben sollten, dass mehr Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen Jahren immer Trittbrettfahrer – auch der guten Tarifentwicklung für die Sparkassen – gewesen sind, sich jetzt mit engagieren.
Die Botschaft ist: Gemeinsam stark, gemeinsam stärker. Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass die nächste Tarifrunde kommt.“

Schreibe einen Kommentar