Nach der Tarifrunde ist vor der Tarifrunde!

Derzeit erhalten wir von euch viel Kritik zu der Tarifeinigung für die Sparkassenbeschäftigten. Wir konnten den Angriff auf die SSZ nicht vollständig abwenden und können mit der Verzögerung der linearen Gehaltssteigerung nicht zufrieden sein. Daher können wir gerade die Enttäuschung derjenigen nachvollziehen, die in diesem Jahr für eine deutlich gestiegene Streikbeteiligung beigetragen haben. Aber wir sollten uns noch einmal die Ausgangslage verdeutlichen, um die schwierige Verhandlungssituation besser einordnen zu können:

Die Sparkassen-Arbeitgeber drohten in den Verhandlungen bis zuletzt immer wieder mit einem
Austritt aus der Tarifgemeinschaft.

Nachdem die Arbeitgeber bereits im Jahr 2018 einen erfolglosen Angriff auf die SSZ starteten, ist es ihnen in diesem Jahr gelungen, die schlechten Rahmenbedingungen für sich zu nutzen und ihren Plan teilweise umzusetzen. Anders als in der letzten Tarifrunde kam diesmal der Angriff auf die SSZ aber nicht nur aus dem Lager der Sparkassen-Arbeitgeber, sondern auch ganz massiv von der Verhandlungsspitze der VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände). Der VKA-Präsident Mädge betonte mehrfach, dass der Einkommensunterschied zwischen den Sparkassen-Beschäftigten und den Kolleginnen und Kollegen der anderen Branchen des öffentlichen Dienstes zu groß sei und in den Sparkassen zu viele Menschen arbeiten würden.

Die Sparkassen-Arbeitgeber drohten in den Verhandlungen bis zuletzt immer wieder mit einem Austritt aus der Tarifgemeinschaft, um im Sparkassen-Bereich einen eigenen Tarifvertrag verhandeln zu können und erhöhten damit den Druck auf die Verhandlungsspitze der VKA.
In der 3. Verhandlungsrunde steigerten die Sparkassenarbeitgeber abermals ihre Forderung, den garantierten Anteil der SSZ um nunmehr 34 Prozentpunkte zu kürzen und erhöhten damit den Druck auf die Verhandlung. In allen Gesprächen und Diskussionen wurde deutlich, dass es den Sparkassen-Vorständen lediglich darum ging, ihre Schlappe aus 2018 auszugleichen und massiven Druck sowohl auf die Beschäftigten als auch auf die Arbeitgeberverbände auszuüben.

Dabei gerieten der Dialog und der Austausch sachlicher Argumente zur Nebensache. Einen eigenen Beitrag zur Beseitigung des angeblichen Wettbewerbsnachteils gegenüber den Genossenschaftsbanken lehnten sie ab. In den letzten Wochen sind mehr als 20.000 Sparkassen-Beschäftigte auf die Straße gegangen, um gemeinsam den Angriff auf die SSZ abzuwehren.

Der VKA-Präsident Mädge betonte, dass der Einkommensunterschied zwischen den Sparkassen-Beschäftigten und den Beschäftigten der anderen Branchen des öffentlichen Dienstes zu groß sei.

Niemals zuvor waren so viele Kolleginnen und Kollegen bereit, sich für ihren Tarifvertrag einzusetzen. Zur Wahrheit gehört aber leider auch, dass die Streikbewegung nur in einigen Sparkassen zum Tragen kam. Bei etwa 200.000 Beschäftigten in den Sparkassen war damit aber nur jeder zehnte Beschäftige (mit deutlichen regionalen Unterschieden) bereit, in den Arbeitskampf zu treten.
Für den erfolgreichen Ausgang von Tarifverhandlungen ist es jedoch erforderlich, dass wir als Gewerkschaft gegenüber den Arbeitgebern ein Drohpotential aufbauen können. Es muss den Arbeitgebern klar sein, dass die Beschäftigten hinter den Forderungen stehen und dass sie bereit sind, dafür in den Arbeitskampf zu treten. Ohne diese Bereitschaft kann in Verhandlungssituationen nur wenig erreicht werden. Das hat auch schon das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil von 1984 festgehalten, denn: „Tarifautonomie ohne Streikrecht ist nichts anderes als kollektives Betteln“.

Die Tarifrunde ohne Ergebnis abzubrechen hätte das Risiko beinhaltet, dass wir die Arbeitskämpfe zu einem Zeitpunkt hätten fortführen müssen, in dem der wirtschaftliche Druck auf den öffentlichen Dienst noch größer geworden wäre.

In den letzten Jahren profitierten wir Sparkassenbeschäftigte von der Streikbeteiligung anderer Bereiche des öffentlichen Dienstes. In diesem Jahr war das aufgrund der Corona-Pandemie nicht der Fall. Die Streikbereitschaft war insgesamt niedrig und das Verständnis der Öffentlichkeit für Arbeitskämpfe war verhalten. Der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung wurde vielfach kritisch gesehen. Die Arbeitgeber haben diese Situation für sich ausgenutzt! Die 3.Verhandlungsrunde abzubrechen und abermals in Arbeitskämpfe zu treten hätte das Risiko beinhaltet, dass die Streikbewegung verebbt und wir die Arbeitskämpfe zu einem Zeitpunkt hätten fortführen müssen, in dem der wirtschaftliche Druck auf den öffentlichen Dienst noch größer geworden wäre.

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30 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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    Eine Einigung ist niemals leicht zu erreichen. Es hätte sicher Chancen gegeben, die Öffentlichkeit wochenlang allein durch die Stilllegung des ÖPNV auf unsere Seite zu bringen. Unverständlich ist mir, dass ein über 70 Jahre alter Mensch auf VKA-Seite über Gehälter von Millionen Menschen verhandelt, während nach deutschem Recht ein Notar mit 70 nicht mehr in der Lage sein soll, Verträge zu beurkunden, welche nur wenige Menschen und Rechte betreffen. Wir Sparkassenmitarbeiter hätten auch gern gezeigt, dass die Menschen nicht ganz auf uns verzichten können…leider war die Show nach Minuten vorbei. Die Vorstände haben keine Ahnung, wie deren Gehalt ohne die Mitarbeiter noch fließen könnte. Schade. Ein Zunkunftstag, oder wie früher-Girlsday- wäre für Sparkassen wohl so sinnvoll wie für Steinkohle-Bergbau.

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      Die Kolleg*innen des ÖPNV fallen unter einen anderen Tarifvertrag. Die Tarifverträge sind aber zeitgleich ausgelaufen.
      Und meine Kolleg*innen und ich haben uns in der dritten Verhandlungsrunde die Frage gestellt, ob sich die Sparkassenbeschäftigten in der aktuellen Pandemiesituation weiterhin bei Streiks unterstützen?! Die Arbeitgeber haben diese für uns schwer abschätzbare Situation genutzt.

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      Ich glaube nicht, dass der ÖPNV wochenlang hätte streiken können, finde ich völlig utopisch, erst recht in der derzeitigen Corona Situation.
      Und für unsere eigenen Forderungen müssen wir schon selbst auf die Strasse gehen. Das ist uns bundesweit leider nicht ausreichend gelungen.
      Für das Engagement der Sparkassenbeschäftigten können wir echt froh über das Ergebnis sein.
      Moliere sagte einmal: Man ist nicht nur für das verantwortlich, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.
      Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen für die nächste Tarifrunde!

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    Ich kann die Selbstbeweiräucherung langsam nicht mehr hören. Das Tarifergebnis – ich möchte nicht von einer Einigung sprechen, denn ich bin nicht einverstanden – ist ein Schlag ins Gesicht für alle Sparkassenabgestellten und Verdimitglieder! Wie wollt Ihr mit diesem Ergebnis noch mehr Sparkis für einen zukünftigen Streik mobilisieren ? Wichtig ist doch nur, das monatliche Tarifentgelt steigt- wenn auch nur leicht – und damit auch das beitragspflichtige Einkommen. Ihr könntet im Gegenzug die Gehaltsreduzierungen beim nicht beitragspflichtigen Zusatzentgelt (SSZ) ja gegenrechnen. Schade, sich so über den Tisch ziehen zu lassen!

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      Selbstbeweihräucherung kann ich nicht erkennen. Wir sind auch nicht mit dem Ergebnis zufrieden und setzen uns sehr kritisch mit dem Tarifergebnis auseinander. Wir haben versucht am Verhandlungstisch unser Bestes zu geben! Die Arbeitgeber hatten viel schlimmere Absenkungen ohne Kompensationen gefordert, daher sollten sie ihren Arbeitgebern deutlich auf anstehenden Personalversammlungen sagen, was sie von ihrer Wertschätzung in dieser Tarifrunde halten.

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      Ja, es ist von dem Wunschergebnis weit entfernt, aber es waren auch zu wenig Hände, die unsere SSZ verteidigt haben. Die Verhandler haben ihre Sache gut gemacht bei den Gegebenheiten. Die Unterstützung von den Sparkassen war in einigen Bundesländern super, aber leider zum Teil auch nicht der Rede wert. Wer genau rechnet wird feststellen, dass niemand weniger Geld hat, aber je nach EG auch nicht viel mehr. Daher ist die Aussage, mit der Beitragssteigerungen für ver.di nicht zutreffen.

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    Ich hatte Ihnen 2 sehr verärgerte Kommentare gesendet.
    In diesen Kommentaren – oder besser Anfragen – hatte ich um die Klärung der Frage gebeten, ob es sich bei der „Kompensation“ der Zusammenstreichung des 13. durch 2 zusätzliche Urlaubstage um eine dauerhafte Kompensation oder einen einmaligen Knochen handelt.
    Ich habe bis heute keine Antwort erhalten.
    Sollten Sie selbst nicht wissen, was Sie verhandelt haben, fände ich das lächerlich.
    Sollten Sie wissen, was Sie verhandelt haben, fände ich es unverschämt, nicht endlich Stellung zu beziehen.

    Nebenbei:
    Ich sehe auch die von Seiten der Arbeitgeber geäußerten wirtschaftlichen Notwendigkeiten ein.
    Daraus resultierend natürlich auch die von Ihnen geschluckten Kröten ein.
    Aber nochmal:
    Stellen Sie endlich die Sache mit den Urlaubstagen klar.
    Das dürfte wahrlich nicht zu viel verlangt sein!

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      Bitte entschuldigen sie Herr Rech, es war keine Absicht, das ich ihre Nachfrage nicht beantwortet habe.
      Die Tarifrunde in 2023 beginnt auf dem Niveau von 2022. Das heißt wir haben erst einmal auch in 2023, einen abgesenkten garantierten Teil der SSZ von 74,77 % und 32 Urlaubstage. Ab 2023 nimmt die SSZ wieder an der noch auszuhandelnden Tarifsteigerung teil(Dynamisierung).

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      Ist im Mitgliedernetz von ver.di sehr gut erklärt, alternativ wäre es immer möglich in seinem Bezirk mit ver.di direkt Kontakt aufzunehmen. Telefonnummern ebenfalls im Mitgliedernetz.
      Um jeden Kommentar ausführlich zu beantworten ist derzeit bei der Fülle der Rückmeldungen so zeitnah nicht möglich.

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        Die Antwort auf die Frage, ob wir die 2 Urlaubstage auch nach 2022 behalten wäre kürzer gewesen, als der Hinweis auf das Mitgliedernetz (in dem man absolut nichts findet).
        Deshalb auch von mir nochmal die Frage, bleiben die 2 Urlaubstage auch nach 2022 (so wie die Kürzungen bei der SSZ) ja oder nein oder ich weiß es nicht

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    Wer kämpft kann verlieren – wer nicht kämpft hat verloren! Also lassen wir das mit dem Streik und geben unser Geld her….so liest es sich für mich….

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      Ich empfinde ihren Kommentar als sehr verletzend! Ich kann ihnen versichern, nicht nur die Kolleg*innen, die sich an den Warnstreiks beteiligt haben, sondern auch das Verhandlungsteam, wir allen haben uns sehr bemüht. Die Kolleg*innen, die sich nicht an den Aktionen von ver.di beteiligt haben und auch die Arbeitgeber sind die, die ihren Unmut abbekommen sollten.

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      Kämpfen ist wichtig, sollten wir nie aufgeben.
      Aber es müssen mehr mitmachen und es müssen mehr Sparkassenbeschäftigten ver.di-Mitglied werden.
      Tariffragen sind immer auch Machtfragen

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    Die Tabelle da oben muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen… Die Arbeitgeber bieten 3,5 und man akzeptiert 3,2 (davon dass das ganze Zeitversetzt zu den anderen Branchen des öffentlichen Dienstes passiert reden wir mal nicht!).
    Durch die Kürzung der Laufzeit auf den 31.12.2022 hat man zwar die dritte Stufe der Kürzung vermieden, aber sonst eigentlich die Arbeitgeberforderung vollständig angenommen und aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben. Die dritte Kürzungsstufe wird Thema in den nächsten verhandlungen werden, genauso wie die Dynamisierungssperre der SSZ. Verdi hat die Sparkassenangestellten hier für den Gesamtabschluss geopfert. Faktisch wurde dabei eine Nettolohnkürzung für die nächsten beiden Jahre verhandelt. Jeder Sparkassenangestellte muss sich eigentlich Fragen, ob hier der Tarifabschluss nicht zur AO Kündigung der Verdimitgliedschaft berechtigt auf Basis §242 BGB. Denn wenn ich eine Gewerkschaft mit meiner Vertretung beauftrage, darf ich durchaus damit rechnen einen Mehrwert zu erhalten und nicht einen Minderwert. Pure Ironie… Hätte man nicht den alten Tarifvertrag gekündigt, wäre alles beim alten geblieben. Wie kann man so einen Abschluss überhaupt unterschreiben ?
    P.S. Wann wird meine Kündigung bearbeitet, die ich euch am 25.10.20 an lbz.nrw@verdi.de geschickt habe ?

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      Aus der Tabelle ergibt sich, dass die AG bis 31.12.2022 nur 2% geboten haben und der Abschluss geht über 3,2%. Für Mutmassungen über die Verhandlungen 2023 ist es noch völlig verführt. Sparkassen sind ein Teil im öD und da können wir nur froh sein, denn wie würde es aussehen, wenn die Sparkässler allein eine Gehaltserhöhung durchsetzen müssten? Bei der Aussage, die Sparkässler streiken,bekommen viele Arbeitgeber einen Lachanfall. An dieser Stelle Danke an alle Sparkässler ,die auf der Straße waren.

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        Hallo Andreas… Eine Lohnsteigerung die am 01.12.2020 (also ganz am Ende der Vertragslaufzeit) noch kommt in das Tarifergebnis mit rein zu rechnen und als Verhandlungserfolg über dem Arbeitgeberangebot darzustellen ist schon „mutig“. Oder glaubst du wirklich das am 01.01.2023 mit dem neuen Abschluss dann die nächste Steigerung kommt ? Falls ja, wann der Tarifvertrag dieses Jahr noch gleich ausgelaufen und wann gabs die nächste Steigerung ?
        Und das man gerade über diese Laufzeit die dritte Stufe der SSZ Kürzung vermieden hat, ist keine Mutmaßung. Es liegt auf der Hand. Dann ist es 2023 nämlich einfacher das nächste Salamischeibchen zu verkaufen.
        Ich bin seit 10 Jahren Gewerkschaftsmitglied und meine SK hat eine Organisationsgrad von rd. 50 % (ja als eine der wenigen), aber bis auf einen Tarifabschluss (nämlich den letzten), waren die Ergebnisse ja immer eher „bescheiden“. Aber spätestens, wenn meine durch meine Mitgliedschaft legitimierten Vertreter anfangen meinen Jahresentgeld netto, real zu schmälern, dann sind das nicht mehr meine Vertreter. Ich hoffe mittlerweile inständig darauf, dass sich eine Spartengewerkschaft bildet und regen Zulauf dann bekommt, weil Verdi kämpft halt immer für alle und am meisten für die mit dem höchsten Organisationsgrad, weshalb die Sparkässler dort immer wieder auf der Strecke bleiben werden.

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    Ja, der für Sparkassenmitarbeiter maue Abschluss ist sicherlich einem geringen Organisationsgrad geschuldet. Da hatte Verdi zugegebenermaßen die schlechteren Argumente.

    Aber dann darf man sich auf Seiten von Verdi
    – mal fragen, warum da nur so wenige Sparkässler Mitglied sein wollen
    – nicht gerade feiern lassen, wenn man das ursprüngliche Angebot des VKA als Frechheit abtut und dann praktisch unverändert übernimmt. Die Kürzungen der SSZ während der Laufzeit des TV sind exakt so übernommen worden! Die dafür erhaltenen Urlaubstage sind zum einen kein Äquivalent (mathematisch, aber auch im Hinblick auf die daraus folgende Arbeitsverdichtung) und zum anderen mit Sicherheit nur temporär.

    Die Sparkassenvorstände haben im Gegensatz zu Verdi die Zeit seit dem letzten Abschluss genutzt, die Politik auf ihre Seite zu ziehen und sich deutlich besser vorbereitet und positioniert.

    Ich bin bei Verdi ehrlich gesagt nur mangels Alternativen weiterhin Mitglied.
    Mir geht es z. B. auch gehörig gegen den Strich, dass zum wiederholten Male die ATZ-Regelung verlängert wird. Davon profitieren genau die Leute, die ohnehin schon früher als ich in Rente gehen dürfen. Und da das Geld kostet, geht es zu Lasten des linearen Abschlusses, den ich u. a. für den Aufbau meiner privaten Altersversorgung benötige – denn bei der gesetzlichen werde ich im Gegensatz zu den älteren Kollegen mit Sicherheit auch noch Einbußen erleben. Also: Doppelt besch…eiden.

    Und das immer wieder angeführte Argument, dafür die Arbeitsplätze der Jüngeren zu schaffen oder zu erhalten, ist fadenscheinig. Im Regelfall wird ATZ nur zum Stellenabbau genutzt und zum anderen haben Viele das übliche Nachwuchsproblem, überhaupt gute Leute zu bekommen bzw. zu halten. Letzteres gelingt bestimmt nicht, wenn man damit rechnen muss, beim nächsten Mal wieder Kürzungen in Kauf nehmen zu müssen.

    Also, liebe Verdi-Leute:
    Lasst bitte die unangebrachte Selbstbeweihräucherung und hinterfragt Euch auch mal selbst.
    Danke!

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      Ich habe mir im Frühjahr diesen Jahres gewünscht, die Tarifrunde auf nächstes Jahr zu verschieben, das haben die AG kategorisch abgelehnt. So musste ver.di den TV kündigen, denn ohne diese Kündigung wäre gar nichts passiert, auch nichts für die Pflegekräfte. Die AG hätten einfach weiter geklascht…..
      Leider haben die AG die von der Corona-Pandemie geprägte Zeit ausgenutzt, haben die Situation auch schlechter geredet, als sie tatsächlich ist.
      Und was können wir für die Sparkassen erwarten, wenn sich bundesweit so wenig Sparkassenbeschäftigte an den Streikaktionen beteiligen? Was können wir erwarten, wenn bundesweit so wenige Sparkassenbeschäftigte ver.di-Mitglieder sind?
      Wir können nicht erwarten, dass die übrigen Tröd-Kolleg*innen für unsere Forderungen auf die Straße gehen. Das müssen wir schon selbst tun!
      In der TRöd2018 konnten wir den Angriff auf unsere SSZ noch abwehren. Vielleicht haben zu viele gedacht, der Kelch wird auch dieses mal an uns vorübergehen…dem war nicht so!
      Angesichts der schwierigen Verhandlungen und auch was alles auf dem Spiel stand, jubel ich nicht über das Ergebnis aber ich finde es wirklich akzeptabel.
      Ich bedanke mich an dieser Stelle auch bei allen, die die Verhandlungen auf ver.di-Seite durchgeführt haben. Ihr habt wirklich gekämpft und das Mögliche möglich gemacht!
      –> wir haben für die Absenkung des garantierten Teils in 2021 einen und in 2022 zwei zusätzliche Urlaubstage. Darüber freuen sich viele meiner Kolleg*innen
      –> wir erhalten auch die Tariferhöhungen, wenn auch zeitversetzt (viele AG haben sich eine 0-Runde gewünscht!)
      –> Mindestbetrag in 2021 von 50 € – gut für die niedrigen Lohngruppen!
      –> wir erhalten auch die Coronaprämie in diesem Jahr – auch das war ein Kampf, dies für uns Sparkassenbeschäftigte durchzusetzen
      –> und der Angriff auf die Entgeltordnung bezügl. des Arbeitsvorganges konnte abgewehrt werden. Das ist gut und wichtig!
      Ja, wir müssen stärker werden und mehr Mitglieder in den Sparkassen werden und werben! Nutzen wir die Zeit, bis zur nächsten Runde!

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    Die verdi-Mitarbeitende haben während der Tarifverhandlungen gegenüber den Angeboten der Arbeitgeberseite Worte in ihre Rundschreiben gebracht, die aus meiner Sicht unangebracht und überzogen waren. Die geschriebenen Worte weckten bei vielen Lesenden die Erwartung, alles unter dem zwei- bis dreifachen der AG-Angebote würde nicht abgeschlossen werden. Bei der Betrachtung der Tabelle oben mit der Gegenüberstellung des AG-Angebotes und dem Abschluss-Ergebnis sieht man minimale Unterschiede. Die Erkenntnis daraus: die geschürten Erwartungen wurden in keiner Weise erfüllt!
    Interessanterweise werden dann auf dieser Seite die vorher markigen Worte nicht wiederholt (da sie jetzt ja gegen sich selbst gerichtet sein müssten), sondern es werden Erklärungsversuche unternommen.
    Was kann man daraus lernen?
    Entweder
    a. handeln die verdi-Mitarbeitenden weiterhin nach dem Motto „Was stört mich mein Geschwätz von gestern“,
    b. denken die verdi-Mitarbeitenden vorher darüber nach, was sie schreiben,
    oder
    c. verhandeln Sie nächstes Mal das, was sie den Gewerkschaftsmitgliedern versprechen.

    Ich hoffe, die Lernkurve wächst, und bin gespannt auf die nächste Tarifrunde.

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    Ich kann den Unmut teilweise nachvollziehen, zumindest von denen, die sich in die Tarifrunde – teils zum ersten Mal – eingebracht haben und sich demnach mehr erhofft haben.

    Nicht nachvollziehen kann ich die Art und Weise wie Meinungen präsentiert und die Verhandelnden diffamiert werden.

    Wenn Sparkassenbeschäftige 7% der Angestellten im öD darstellen, davon jedoch gerade mal jeder zehnte bei einem Warstreik beteiligt war, dann sollte sich jeder fragen, wie sein Beitrag in der nächsten Verhandlung aussehen kann, damit die Ergebnisse mehr unsere Interessen als Sparkässler widerspiegeln. Ein Austritt ist demnach jetzt genau der falsche Schluss aus einer Unzufriedenheit mit dem Ergebnis.

    Dass wir mit 14,x Gehältern deutlich besser da stehen, als der gesamte Rest des öffentlichen Dienstes wirbt in der Bevölkerung sicher nicht für Verständnis, wenn deswegen ein Tarifabschluss auf der Kippe steht und die Gemeinschaft des öD in den Erzwingungsstreik geht. Die Arbeitgeberverbände haben sich dieses mal stark gezeigt. Entsprechend müssen wir Ihnen in der nächsten Runde gestärkt und in größerer Zahl entgegen treten.

    @T-S. Das Angebot der Arbeitgeberverbände stand als Gesamtpaket zur Debatte. Zur Wahrheit gehört auch, dass neben den vermeintlich kleinen höheren Entgeltsteigerungen auch deutlich höhere Einschnitte in der SSZ ohne Gegenwert und eine Abänderung in den Arbeitsvorgängen enthalten waren, die in der Gesamtheit eine hohe Zahl von Herabgruppierungen über die Gesamtheit des öD zur Folge hätten.

    @Stephan Rech – die zwangsweise Umwandlung von 7% der SSZ zu einem bzw. zwei Urlaubstagen ist auf Dauer ausgelegt. Wenngleich natürlich Bestandteile wie diese in jeder TR neu verhandelt werden können.

  9. Avatar

    In den 379 Sparkassen in Deutschland sind ca. 200.000 Menschen beschäftigt. Und wie viele sind in ver.di drin?
    Im Gegensatz zu klassischen „Arbeiter-Unternehmen“ ist der Organisationsgrad der Sparkässler deutlichst niedriger, oder um es anderes zu sagen „einfach unterirdisch“!
    Klasse, dass in Summe 20.000 Sparkässler auf der Straße waren und gestreikt haben, wo waren aber denn die übrigen 180.000 Beschäftigten?
    Ganz einfach: Wer nicht raus geht „sitzt auf dem Schoß der Arbeitgeber“!!! Und das ist unser Problem!!!
    Anscheinend geht es diesen 180.000 Sparkässlern immer noch zu gut, oder?
    Wer glaubt, dass Tarifergebnisse in Tarifverhandlungen in einem warmen Raum erstritten werden, der träumt.
    Tarifergebnisse werden schlußendlich „auf der Straße“ erstritten, oder anders ausgedrückt: Nur der Druck von der Straße bewegt was und unterstützt aktiv die Kolleginnen und Kollegen, die für uns in diesen Verhandlungen sitzen.
    Zeigt nicht mit dem Finger auf unsere Verhandler, unterstellt ihnen nicht, dass sie nicht genug getan hätten, zeigt mit dem Finger auf die Kolleginnen und Kollegen, die nicht bereit waren und nicht bereit sind den Hintern zu heben und für unsere Forderungen zu streiken.
    Die überwiegende Mehrzahl der Sparkässler hat sich in der Vergangenheit immer darauf verlassen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen aus den anderen ÖD-Betrieben die Kastanien aus dem Feuer geholt haben. Die gibt es aber heute nur noch sehr reduziert.
    Früher waren das unsere klassischen Arbeiter von den Bauhöfen und der Müllabfuhr, auf die setzen konnten. Allerdings ist in vielen Kommunen die Müllabfuhr privatisiert und die Arbeit unserer Bauhof-Kollegen wird auch immer mehr ausgegliedert oder fremd vergeben.
    Und denk daran, was die Arbeitgeber gefordert haben:
    Eine Streichung von 34% des festen SSZ-Anteils, sie wollten diese von 88,77% auf 54,77% reduzieren, und das ohne eine Kompensation.
    Und immer dran denken:
    der werte Bundesinnenminister wollte uns ein ganzes Gehalt abnehmen, auch das ohne eine Kompensation!
    Ja, ich finde das Ergebnis auch nicht prall! Aber hätten wir in einer Zeit der rapide steigenden Corona-Infektionen wirklich einen Erzwingungsstreik durchhalten können? Wer das glaubt, der träumt“. Die Bevölkerung hätte uns geteert und gefedert!
    Und einen Erzwingungsstreik nur durch uns Sparkässler führen? Da liege ich am Boden vor lachen bei dem bescheidenen Organisationsgrad in unseren 379 Sparkassen
    Hätten wir die Verhandlungen abbrechen sollen und lieber auf das nächste Jahr warten sollen? Hört sich logisch an, oder? Leider aber nicht durchdacht, da es immer einen gibt, der den „billigen Jakob“ macht.
    ver.di hat vor Jahren Tarifverhandlungen für unsere Kolleginnen und Kollegen aus den VR-Banken geführt. Nach annähernd 2-3 Jahren waren die Arbeitgeber immer noch nicht bereit, von ihren „Wünschen“ (u. a. 12% des Jahresbruttos sollte flexibilisiert werden, Einführung von Niedriglohngruppen, Streichung von Erfahrungsstufen usw.), die nur Verschlechterungen bedeutet hätten, Abstand zu nehmen.
    Und Ratz-Fatz hat der DBV und DHV innerhalb kurzer Zeit alles unterschrieben, was die Arbeitgeber wollten.
    Wollt Ihr das??? Ich nicht!!! Also, was ist bitte die Alternative?
    „Wenn ich eine aufs Maul bekomme, stehe ich auf, schimpf nicht lange, putz mir den Rotz von der Nase und mache weiter“!
    Ich mache weiter meine Kolleginnen und Kollegen davon zu überzeugen, dass wir gemeinsam was wuppen können, wenn wir uns deutlichst stärker in ver.di organisieren.
    Ich mache weiter den Kolleginnen und Kollegen klar zu machen, dass Tarifverträge nicht vom Himmel fallen.
    Und ich lasse meine Wut und Frust und meine Enttäuschung nicht an den ehren- wie den hauptamtlichen ver.di-Verhandlern aus, sondern hinterfrage selbstkritisch:
    WAS HÄTTEN WIR SPARKÄSSLER ERREICHEN KÖNNEN, WENN WIR ALLE SOLIDARISCH GEWESEN WÄREN?!?!
    Wünsche Euch gute und selbstkritische Gedanken!
    P.S.
    Und wenn Ihr Euch fragt, was das für ein komischer Vogel ist, der so etwas schreibt.
    Ich bin einer, der bei den SSZ-Verhandlungen 2004/2005 direkt dabei war, ebenso bei den EGO-Verhandlungen und bei der Tarifauseinandersetzung zur Wochenarbeitszeit.
    Ich bilde mir darauf nichts ein, aber ich weiß, was Tarifverhandlungen zu führen, heißt.
    Ich bin einer, der als 5.Gewerkschaftsmitglied in meiner Sparkasse ganz klein angefangen hat.
    Gemeinsam mit vielen tollen Mitstreiterinnen und Mitstreitern haben wir es in den letzten Jahrzehnten geschafft, dass unser Haus in unserem Bundesland den zweithöchsten Organisationsgrad hat.
    Wenn wir das geschafft haben, dann könnt Ihr das ganz sicher auch schaffen, oder?
    Ich drück Euch die Daumen, gemeinsam sind wir stark, es lohnt sich, wirklich!

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      Ein sehr guter Beitrag, der hoffentlich den vielen Kritikern hier mal die Augen öffnet!
      Andererseits vermisse ich aber auch und es habe es die vergangenen Jahre immer wieder bemängelt, dass „zwischen“ den Tarifrunden die Gewerkschaft faktisch nicht präsent ist. Gerade in dieser Zeit müsste sie durch ihre Vertreter -auch im Personalrat- verstärkt auf die nicht organisierten Mitglieder zugehen und die Vorteile einer Mitgliedschaft und damit höheren Organisation visualisieren!

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    Moin. Ich schließe mich voll und ganz den Ausführungen von Andreas Kapfer meinem Mitstreiter seit verdi Gründung an. Wenn wir verdi (ötv und dag) als Gesamtorganisation nicht im Rücken gehabt hätten ,wären wir nie auf dem augenblicklichen Niveau gelandet. Wenn die Sparkassen Vorstände seit 2014 uns separieren und unsere Tarifverträge verschlechtern wollen, dann müssen wir uns dagegen wehren . Der Grosse Bruder Verdi ist es irgendwann leid die Sparkassen vorstände und ihre mitunterstützer zurückzuschlagen . Solidarität ist keine Einbahnstraße!! Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Gesundheitswesen haben es uns gezeigt. Sie waren bis vor 10 Jahren kaum bereit sichin verdi zu organisieren! Sie haben geklagt über schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen! Das half nichts! Sie haben das einzig richtige getan ! Die Mitgliedschaft in verdi ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen! Sie waren bereit zu grösseren Streiks trotz menschen die ihnen anvertraut waren und hilfsbedürftig waren! Sie sind meine Helden der letzten Tarifrunde und haben auch für uns gekämpft ,erfolgreich! Sie wollen mit recht mehr wie jetzt erreicht!
    Was habe ich in all den Jahren bei einem Aufruf zum Warnstreik gehört: ich habe Kunden Termin das kann ich dich nicht sausen lassen! Ich habe in der Kasseler sparkasse alle 130 Berater in der EG 9 angeschrieben und um Unterstützung gebeten damit nicht 9a als Berater Eingruppierung herauskommt so wie es die Sparkassen Vorstände wollten und übrigens auch durchgesetzt haben! Wisst ihr wie viel Unterstützung in form einer Rückmeldung ich bekommen habe? N U L L!! Und mit dieser mangelnder Unterstützung bin ich / wir in die letzten Ego Verhandlungen mit den Vorständen gegangen. Ich war sauer und tief enttäuscht! Von den Beratern ( es ging um 3500€ im jahr) und von den Vorständen die das durchsetzten wollten und erreicht haben! Im Landkreis bei den Städten und Gemeinden sind alle in die 9b gelandet! Ich hätte kotzen können damals ,und auch dieses Jahr ,wenn ich sehe das 90 % der Sparkässler abseits stehen! Mir tun immer die 10 % verdi Mitglieder leid, die das Wort SOLIDARITÄT leben! Wenn es in der nächster Zeit nicht zu einem Umschwung kommt , werden wir sparkässler vieles verlieren was wir ( ich war seit 1975 aktiv dabei und habe vieles mit verhandelt) erstritten und in Verhandlungen erzielt haben.
    Meine Aufforderung an alle! SOLIDARITÄT durch Mitgliedschaft jetzt und nicht in 2 Jahren und sich aktiv einbringen in verdi Betriebsgruppen!
    SOLIDARITÄT ist die einzige Alternative!!
    Ich bin aktuell euer verdi Vertreter im verdi Bundesfachbereich FIDI und Vorsitzender der verdi Senioren Nordhessen.

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    Meiner Meinung nach ist dieses Tarifergebnis kein Ergebnis ist, mit dem man zufrieden sein kann. Aber es ist das Ergebnis, dass in diesen Zeiten, aus meiner Sicht möglich war. Wir als Sparkassen müssen endlich aufwachen. Wir haben uns in der Vergangenheit immer darauf verlassen, dass die „Anderen“ (Arbeiter, Blaumänner, Bauhöfe…) die Kohlen für uns aus dem Feuer holen. Wenn wir wenigstens mit sehr hohen Organisationsgraden solidarisch an Ihrer Seite stehen würden, könnte ich dem noch etwas positives abgewinnen. Aber wir haben uns drauf verlassen und sind auch in Summe unterirdisch organisiert!!! Und jetzt soll Verdi mit wehenden Fahnen immer wieder für die Sparkassen, solidarisch, eine mögliche Tarifeinigung auf Spiel setzen?? Das war Jahrzehnte lang so! Irgendwann (und das ist jetzt) müssen wir uns unserer eigenen Verantwortung stellen und uns stärker organisieren. Dann mit neuer Stärke, gemeinsam zusammen stehen und unseren Verhandlungsführern auch ein ordentliches Pfund an die Hand geben. Ja wir haben uns dieses Jahr auseinanderdividieren lassen und das schmerzt!!! Aber wenn wir uns jetzt nicht endlich emanzipieren und unseren Kolleginne und Kollegen im restlichen offentliche Dienst auf Augenhöhe und deutlich gesteigerten organisationsgraden zur Seite stehen bleibt das ein offene Flanke. Zum Schluss möchte ich noch eines sehr deutlich sagen. Unsere Verhandlungsführer könne vieles sagen, diskutieren, anregen und dagegen sein. Die Frage ist aber immer, bin ich in der Lage die Meinung oder die Verdi Position durchzusetzen?! Dazu sage ich nur folgendes, wir haben in Baden-Württemberg ca 50 Sparkassen, davon waren nennenswert 10 Sparkassen auf der Straße, 40 waren es nicht!!! Wen will ich denn bitte damit beeindrucken? Und jeder der jetzt aus Enttäuschung austreten will, der hat nicht verstanden wie Tarifverhandlungen funktionieren. Wir müssen mehr werden, nicht weniger. Also lasst uns dieses enttäuschende Ergebnis nutzen um mehr zu werden. Sonst gibt es in drei Jahren die nächste klatsche. Bleibt gesund alle miteinander.

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    Ich kann den Unmut teilweise nachvollziehen, zumindest von denen, die sich in die Tarifrunde – teils zum ersten Mal – eingebracht haben und sich demnach mehr erhofft haben.

    Nicht nachvollziehen kann ich die Art und Weise wie Meinungen präsentiert und die Verhandelnden diffamiert werden.

    Wenn Sparkassenbeschäftige 7% der Angestellten im öD darstellen, davon jedoch gerade mal jeder zehnte bei einem Warnstreik beteiligt war, dann sollte sich jeder fragen, wie sein Beitrag in der nächsten Verhandlung aussehen kann, damit die Ergebnisse mehr unsere Interessen als Sparkässler widerspiegeln. Ein Austritt ist demnach jetzt genau der falsche Schluss aus einer Unzufriedenheit mit dem Ergebnis.

    Dass wir mit 14,X Gehältern deutlich besser da stehen, als der gesamte Rest des öffentlichen Dienstes, wirbt in der Bevölkerung sicher nicht für Verständnis, wenn deswegen ein Tarifabschluss auf der Kippe steht und die Gemeinschaft des öD in den Erzwingungsstreik geht. Die Arbeitgeberverbände haben sich dieses mal stark gezeigt. Und die Situation um uns herum, die die Pandemie mit sich bringt, trägt ihr übriges dazu bei. Entsprechend müssen wir in der nächsten Runde gestärkt und in größerer Zahl auftreten, um weitere Eingriffe zu verhindern.

    @Stephan – die Tage sind auf Dauer. Wobei das nicht heißen muss, dass dies nicht in der nächsten Tarifrunde nicht wieder zur Verhandlung steht. Am besten stellst du solche Fragen direkt einem Gewerkschaftssekretär, der für dein Haus Ansprechpartner ist. Solltest du nicht wissen, wer das ist, wende dich am besten an deinen Personalrat.

    @T-S.
    Zur Wahrheit gehört dabei jedoch auch, dass das vorgelegte Angebot der Arbeitgeberverbände mit den dargestellten Gehaltssteigerungen nur unter Reduzierung der Sonderzahlung von in der Spitze 34% und weiteren Änderungen im Prozess der Stellenbeschreibungen (und damit verbunden niedrigeren Bewertungen für viele Tätigkeitsbereiche) im Raum stand. Das ganze losgelöst vom gesamten Angebot zu betrachten, ist daher schlichtweg nicht möglich.

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    Ich kann den Unmut teilweise nachvollziehen, zumindest von denen, die sich in die Tarifrunde – teils zum ersten Mal – eingebracht haben und sich demnach mehr erhofft haben.

    Nicht nachvollziehen kann ich die Art und Weise wie Meinungen präsentiert und die Verhandelnden diffamiert werden.

    Wenn Sparkassenbeschäftige 7% der Angestellten im öD darstellen, davon jedoch gerade mal jeder zehnte bei einem Warnstreik beteiligt war, dann sollte sich jeder fragen, wie sein Beitrag in der nächsten Verhandlung aussehen kann, damit die Ergebnisse mehr unsere Interessen als Sparkässler widerspiegeln. Ein Austritt ist demnach jetzt genau der falsche Schluss aus einer Unzufriedenheit mit dem Ergebnis.

    Dass wir mit 14,X Gehältern deutlich besser da stehen, als der gesamte Rest des öffentlichen Dienstes, wirbt in der Bevölkerung sicher nicht für Verständnis, wenn deswegen ein Tarifabschluss auf der Kippe steht und die Gemeinschaft des öD in den Erzwingungsstreik geht. Die Arbeitgeberverbände haben sich dieses mal stark gezeigt. Und die Situation um uns herum, die die Pandemie mit sich bringt, trägt ihr übriges dazu bei. Entsprechend müssen wir in der nächsten Runde gestärkt und in größerer Zahl auftreten, um weitere Eingriffe zu verhindern.

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    Der Tarifabschluß ist vor allem eines: Unsolidarisch!
    Mag sein, daß die SSZ schön langsam eingedampft wird und das dieser Prozess unaufhaltsam ist, weil zu wenige sich gewerkschaftlich organisieren.
    Aber eine Entkopplung von der allgemeinen (marginalen) Tariferhöhung – und das ohne Not – ist natürlich ein katastrophal schlechtes Verhandlungsergebnis!
    Verdi verkauft dieses Ergebnis als „gut“ – in Anbetracht der aktuellen Situation.
    Das ist natürlich komplett daneben.
    Die einzigen, die diesem Ergebnis etwas positives abgewinnen können, sind haupt- und ehrenamtliche Verdi Akteure. Von Selbstkritik keine Spur!
    Schade, den ein bissen Reflexion täte gut.

    Ich war selbst engagiert über sehr viele Jahre und bin bereits ausgetreten.
    Viele hier in den Sparkassen werden folgen.

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    Moin
    In den sehr kritischen Beiträgen vermisse ich die Reflexion wer uns in die Tasche greift! Nicht Verdi oder ehrenamtliche Verhandler sondern die Sparkassen mit den Vorständen an der Spitze. Selbst wenn sie hinter der Hand sagen sie hätten es nicht gewollt, sie haben ihre Vorstände die verhandeln nicht gestoppt!! Sie sind diejenigen die das Märchen von der ach so schlechten Ertragslage uns erzählen wollen. Mein Appell meine Aufforderung an euch alle: holt euch einzelne oder geneinsam einen Termin beim Vorstand und fragt warum sie das alles zugelassen haben ! Ob sie auf ihre Gehaltserhöhung verzichten und ob sie wieder frieden in der Sparkasse haben wollen! Das was uns Sparkässler hier passiert ist, ist eine Kampfansage , ist eine Aufkündigung der sogenannten Sparkassen Familie . Es bedeutet sie wollen unser einkommen in Teilen ohne wirklichen Grund wegnehmen!
    Wir Sparkässler müssen gemeinsam mit verdi den Fehdehandschuh aufnehmen und schauen wen wir als verbündete gewinnen können.
    Wer uns was wegnimmt der muss damit rechnen das wir als AN Vertreter im Verwaltungsrat den Vorständen auch was wegnehmen incl der Frage bei der Altersvorsorge Die Sparkassen Vorstände haben seit 50 Jahren Beamten ähnliche Versorgung incl Beihilfen die den Sparkassen jährlich Millionen kosten.
    Wer uns Geld wegnimmt muss damit rechnen das wir die Freundschaft aufkündigen!
    Wasser predigen und Wein trinken ist verwerflich! Es muss offen benannt werden!
    Verdi muss diese Verwerfungen den Verbänden und der Politik vor Augen führen! Das darf nicht noch mal passieren!
    Nicht Verdi ist Schuld das ihr weniger Geld habt ,sondern die Vorstände und damit jeder einzelnen Vorstand in eurer Sparkasse . Bei der letzten Runde wussten sie nichts davon was damals schon dr. Schulte als vka gruppenausschussvorsitzede wollte. Verdi hat es offen gemacht und mobilisiert! Diesmal wussten sie alle was hier ablief!

    Keine Angst! Ran ans Werk! Wir müssen die sparkassenvorstände stoppen , sonst verlieren wir vieles was wir monatlich zum überleben benötigen !!
    Mit solidarischen Grüßen
    Werber Aßmann

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    Ihr glaubt doch nicht tatsächlich, dass nach dem Abschluss wirklich jemand freiwillig von den Sparkassenangestellten Verdi beitritt??

    Verdi hätte genauso jede Mitgliedschaft einseitig kündigen können. So hätten die Mitglieder wenigstens noch einen Mehrwert durch den eingesparten Beitrag.

    Ich WAR überzeugtes Mitglied und bin ausgetreten!! Eine Frechheit dieser Abschluss!!!!

    Wir müssen uns eingestehen, dass VERDI einfach versagt hat – VERSAGER

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