Eure Fragen zum Tarifabschluss. Unsere Antworten!

In den letzten Wochen haben uns zahlreiche Fragen zum Tarifabschluss des öffentliches Dienstes Sparkassen erreicht. Wir haben die Fragen hier gesammelt und geben Antworten:

In der ver.di-Umfrage zur Arbeitszeit haben viele Beschäftigte die Umwandlung von Geld in Freizeit gefordert. In vielen Sparkassen gibt es bereits heute Vereinbarungen dazu, ohne dass alle Beschäftigten davon Gebrauch machen könnten. Dennoch wird die Möglichkeit von vielen Sparkassen-Kolleg*innen genutzt . Mehr Freizeit auf freiwilliger Basis ist also wichtig – natürlich auch wegen der steigenden Arbeitsverdichtung. Die Vorstände der Sparkassen wollten mehr Planungssicherheit haben und haben die ver.di-Forderung nach einem ausschließlich freiwilligen Tausch von Geld in Freizeit vom Tisch gewischt, stattdessen wollten sie zunächst eine radikale Kürzung der SSZ ganz ohne Gegenleistung und dann komplett die zwangsweise Umwandlung von SSZ-Bestandteilen in Freizeit. Jetzt gibt es im Jahr 2021 einen und in 2022 zwei zusätzliche feste Urlaubstage. Die Wertigkeit eines Urlaubstages beträgt 7 %. Daneben können im Rahmen einvernehmlicher Dienstvereinbarungen insgesamt bis zu 4 zusätzliche Urlaubstage durch Umwandlungen von Geld in Freizeit genommen werden , so dass die Sparkassen-Beschäftigten bis zu 34 Urlaubstage im Jahr erhalten können.“

In der dritten Verhandlungsrunde starteten die Arbeitgeber den bis dahin größten Angriff auf die SSZ – trotz aller sachlichen Argumente auf unserer Seite (gute wirtschaftliche Situation der Sparkassen). Die SSZ sollte demnach im garantierten Teil um 34 Prozentpunkte abgesenkt werden. Jetzt wird sie „nur“ noch um 14 % abgesenkt – im Tausch gegen dann zwei zusätzliche freie Tage. Diese Absenkung war den Arbeitgebern nicht genug und um darüber hinausgehende Kürzungen der SSZ dennoch zu verhindern, haben wir den Arbeitgebern als Kompromiss vorgeschlagen, die lineare Erhöhung zeitlich nach hinten zu verschieben.

Die rund 200.000 Sparkassenbeschäftigten haben sich in dieser Tarifauseinandersetzung in einem Abwehrkampf gegen Angriffe auf ihre Arbeits- und Entlohnungsbedingungen wieder gefunden, die Arbeitgeber von Bund und Kommunen waren auf Krawall gebürstet und wollten ihnen möglichst drastische Einschnitte abpressen. Gemessen daran hält unsere Bundestarifkommission die Einigung insgesamt für akzeptabel, weil es keine Kürzung ohne Gegenleistung gibt. Das Tarifergebnis ist ein Ausdruck der Solidarität der Kolleginnen und Kollegen aller Bereiche des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen, die sich nicht gegeneinander haben ausspielen lassen. Die Alternative wäre gewesen, die Streiks fortzusetzen, was angesichts der aktuellen Pandemie-Entwicklung, aber auch mit Blick auf viele Beschäftigte, die sich nicht an den bisherigen Streiks beteiligt haben, kaum möglich gewesen wäre. Es kam auch nicht in Frage, die Tarifverhandlungen auszusetzen und auf Corona-Prämien, Entgelterhöhung, Azubi-Übernahme oder Angleichung der Arbeitszeit im Osten an den Westen zu verzichten. Unsere Tarifkommissionsmitglieder haben sich für die Tarifeinigung entschieden, weil diese Alternativen wesentlich schlechter gewesen wären.

Bislang keine, da sie nicht unter den Tarifvertrag fallen. Die Vorstandvergütungen orientieren sich an den Empfehlungen der Sparkassenverbände, in denen ausschließlich die Arbeitgeber sitzen. Insoweit werden die Vorstände nicht zu kurz kommen! Mehr noch: Die meisten Verbände empfehlen den Vorständen, die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst nachzuvollziehen. Dieses Vorgehen ist überhaupt nicht üblich im öffentlichen Dienst. Angesichts der von den Sparkassen reklamierten schwierigen Situation und den ohnehin jetzt schon üppigen Vorstandsvergütungen finden wir ein solches Vorgehen mindestens unglücklich und ein falsches Signal an die Beschäftigten, von denen man ein Sonderopfer erwartet. Getreu dem Motto Wasser predigen und Wein trinken sollte dieses Vorgehen auf jeder Personalversammlung angesprochen werden, damit die Vorstände den Unmut ihrer Beschäftigten unmittelbar spüren können!

Das kann man noch nicht sagen. Die Arbeitgeber haben auf die anhaltende Niedrigzinsphase sowie die zu erwartenden wirtschaftlichen Belastungen durch die Pandemie hingewiesen. Dadurch wären sie nicht in der Lage eine Erhöhung der Gehälter von 1% zu verkraften. Zudem sind die Sparkassen nach Ansicht der Arbeitgeber gegenüber den Mitbewerbern durch die zu hohen Lohnabschlüsse in 2018 nicht mehr Konkurrenzfähig. Um Sparkassen nicht in den Stützungsfonds durch zu hohe Tarifabschlüsse zu treiben bräuchten sie wirtschaftlich verkraftbare Tariferhöhungen.

Einige Arbeitgeber bieten Modelle für das Leasen von dienstlich und privat nutzbaren Fahrrädern durch Entgeltumwandlung an. Im TVöD konnte Entgelt bisher nur für Zwecke der privaten Altersvorsorge umgewandelt werden. Die Leasingmodelle brachten finanzielle Vorteile, weil weniger Steuern und Sozialabgaben bezahlt werden mussten. Die Vorteile gingen also auf Kosten der Allgemeinheit und der Sozialversicherten und hatten durch geringere Beiträge auch individuelle Einbußen bei späteren Rentenzahlungen zur Folge.
Nach einem aktuellen Gesetzesentwurf (Jahressteuergesetz), der bis Jahresende verabschiedet werden soll, soll diese Form der Entgeltumwandlung künftig nicht mehr steuer- und abgabenfrei begünstigt werden. Die Arbeitgeber beharrten dennoch auf der Öffnung des TVöD zur Umwandlung von Entgelt für Jobräder. ver.di hat schließlich zugestimmt, um keine Zugeständnisse an anderer Stelle machen zu müssen.

In dieser Dienstvereinbarung müssen die Rahmenbedingungen festgelegt werden und auch geregelt werden, dass die Lage dieser Tage durch die Arbeitnehmer frei wählbar sind.

41 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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      Mein lieber Peter,

      ich hoffe ganz inständig das DU Mitglied in der Verdi bist.
      Ansonsten gehörst auch DU leider zu der Gruppe Menschen, die in KEINER Weise bereit sind etwas für die Tarifverhandlungen zu tun, aber hinterher lauthals schimpfen wie blöde das Ergebnis ausgefallen ist und wie unfähig die Verhandlungsführer sind.
      Die Vertreter von Verdi kämpfen für auch DEIN Gehalt obwohl DU nichts zur Unterstützung beiträgst.
      Falls Du tatsächlich Mitglied bist, bitte ich im Verzeihung für die Unterstellung und kann Dir dann nur sagen das Du leider die falschen angreifst.
      Nicht die Verdi sind die Bösen welche Deine Arbeit vielleicht nicht genug wertschätzen.

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      Ja, Sparkassenbeschäftigte erhalten die einmaligen Corona-Sonderzahlung in folgender Staffel:
      − für die Entgeltgruppen 1 bis 8: 600,00 Euro
      − für die Entgeltgruppen 9a bis 12: 400,00 Euro und
      − für die Entgeltgruppen 13 bis 15: 300,00 Euro.

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    Guten Morgen, da sind wir Sparkässler das Bauernopfer.
    Wie sieht denn die Rechnung für unsere Sparte aus, wie hoch ist die Einkommenssteigerung für die einzelnen Entgeltgruppen? Bitte nicht die freien Tage dagegen rechnen, die wenigsten können es sich finanziell leisten, diese für Tagesausflüge o.ä zu nutzen und die Arbeit bleibt sowieso liegen, also ist der Stundenaufbau vorprogrammiert.
    VG

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      Dieses Motto „Einer für Alle“ haben viele Sparkässler zu wörtlich genommen bei den Streiks. Tja, wenn bei manchen Häuser Einer für ALLE suf die Straße geht, braucht man sich über das Ergebnis nicht wundern. Dafür ist es gut.

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    Ich verstehe die Kommentare nicht (?)

    Die Verdi hat gut verhandelt und sich für uns ins Zeug gelegt !

    Wenn WIR mehr erreichen möchten, dann sollten wir unsere Kollegen animieren auch in die Verdi einzutreten um mehr Druck ausüben zu können. Ich bin selber „Neuling“, da ich mir nicht alles gefallen lassen möchte.
    Ich weiß aber auch, dass viele andere Kollegen es genau so sehen, aber nicht eintreten. Einige Kollegen konnte ich bereits umstimmen – Gute Argumente, mehr benötigt man nicht.

    Wenn Wir zukünftig mehr erreichen wollen, dann auch nur, wenn noch mehr mitmachen.

    Die Verhandlung ist soweit super gelaufen und wir können uns glücklich schätzen das es auf 14% reduziert wurde + 2 extra freie Tage !

    Meiner Meinung nach wäre jedem damit geholfen, wenn die Arbeitszeiten reduziert werden bei vollem Gehalt. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine 35/36 Stunden Woche ausreichend ist. Es bringt einfach deutlich mehr Vorteile mit sich. Außerdem ist man flexibler und andere Banken / Arbeitgeber folgen auch diesem Trend.

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      „Meiner Meinung nach wäre jedem damit geholfen, wenn die Arbeitszeiten reduziert werden bei vollem Gehalt. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine 35/36 Stunden Woche ausreichend ist. Es bringt einfach deutlich mehr Vorteile mit sich. Außerdem ist man flexibler und andere Banken / Arbeitgeber folgen auch diesem Trend.“

      Bin ich voll für!!!!!

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        :O) dem schließe ich mich an und auch der Meinung, dass unter den Umständen Verdi gut gearbeitet hat. Es hätte schlimmer kommen können (aber auch besser ;O)).

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    Die Sparkassen haben den geringsten % Anteil an Verdi Mitgliedern.
    Einer für alle – Alle für einen.
    Gilt auch anders herum, aber da ist vielen Sparkassenbeschäftigten wohl der Beitrag zu schade.
    Und alles in allem verdienen wir immer noch besser, als alle anderen von der Verdi vertretenen. Von den Arbeitgebern die alle hohe Gewinne trotz Corona schreiben trotzdem ne Frechheit.

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    einer für alle-alle für einen? warum wurden dann die Sparkassen gesondert verhandelt? die Sparkassen stehen wirtschaftlich deutlich besser da, davon merke ich im Tarifergebnis aber nichts! im Gegenteil. „Bauernopfer“ beschreibt es gut..
    und die halbe Stunde weniger arbeiten ab 2022… ein schlechter Witz ist hierfür noch untertrieben.. Wie lange sollen die mit über 30 Jahren gar nicht mehr so neuen Länder noch benachteiligt werden?

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    Es gibt verschiedene Aspekte. Denke schon, dass die Sparkassen-Mitarbeiter das „Bauernopfer“ für einen Abschluß für alle Beschäftigten waren. Es sind eben auch zu wenige organisiert, um eine entsprechende Lobby in den ver.di-Gremien zu haben.
    Vielleicht sollte man in der nächsten Tarifrunde mal als Gegenleistung für SSZ-Kürzung mal Ziel-/ und Zahlendruck-Reduzierung fordern.

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    Die SSZ zu kürzen und im Gegezug den Urlaub in 2021 auf 31 Tage und ab 2022 auf 32 Tage zu erhöhen, wird sich bei der nächsten Tarifverhandlung im Jahr 2023 rächen. Dann wird nämlich festgestellt, dass die Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter der Sparkassen zu viel Urlaub haben und der Urlaub wird dann wieder auf das alte Niveau (30 Tage) gekürzt. Das ist defakto eine allmähliche Streichung der SSZ. Der Tarifabschluss ist kein Erfolg!

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      Das vermute ich leider auch. Und die 7% scheinen mir immer noch höher als ein Arbeitstag. Im Laufe der Jahre mag es attraktiver sein, da dieser Betrag nicht mehr einer Erhöhung unterliegt – aber aktuell? Ich sehe hier eher eine sogenannte Milchmädchenrechnung.

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    Besonders verwerflich ist die Panikmache der Arbeitgeberseite. Erst seit 2018 verdient der durchschnittliche Sparkässler mehr als der Volksbänker. Die Jahrzehnte der schlechteren Bezahlung haben die ach so tollen Herren und wenigen Damen der Geschäftsleitung nicht genutzt, um für die Sparkasse vorzusorgen.

    Die Vorstände bekommen ein mehr als fettes Gehalt, je nach Alter des Vertrags eine vollkommen von Leistungen abgekoppelte Zulage und haben einen mehr als auskömmlichen Pensionsanspruch. Geht einer dieser Herren vorzeitig in Pension, dann wird natürlich nicht die Pension gekürzt, schließlich kann man dies bei den einfachen Angestellten einsparen. Sehr traurig.

    Auch dass Herr Seehofer (geimpft von seinem Bruder -ehemaliger Vorstand) in die Diskussion einsteigt, ist mehr als bezeichnend (Bundesinnenminister vs. Kommunen)?

    Jeder der jung genug ist, sollte die Branche wechseln. Sparkassen und Banken sind eine Krisenbranche ohne ein absehbares Ende.

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    Hallo.
    Ich verstehe, dass Tarifverhandlungen nicht einfach sind, aber dieses Mal waren die Arbeitgeber Sieger. … und das nach den Verdi-Ankündigungen von Gegenwehr, etc. …
    Wenn die SSZ erst einmal angepackt wird, dann wird sich auch künftig zur Disposition stehen. Die freien Tage sind mit 7% sehr, sehr teuer „erkauft“ worden. Am Ende wird unter’m Strich also nichts übrig bleiben. Da wäre mir eine verhaltene Tariferhöhung ohne SSZ-Reduzierung lieber gewesen oder keine Gehaltserhöhung zu Gunsten geringerer Wochenarbeitszeit. Auch auf eine Coronaprämie hätte ich zu Gunsten von Krankenhausbediensten und Pflegepersonal gerne verzichtet, denn da gehört sie mit großem Respekt und Dank wirklich hin.
    Trotz dieser Kürzungen werden Sparkassen immer weiter Personal abbauen – Stellen- und Arbeitsplatzgarantie? Auch muss Druck auf die überhöhten Vorstandsvergütungen her und wenn es zehnmal Privatverträge sind. Das sind schließlich Erträge, die im Wesentlichen viele fleißige Mitarbeiter jeden Tag verdienen. Verwaltungsratpolitiker können doch wohl keine Personalkostenkürzungen fordern/tolerieren und Vorstandsvergütungen mal eben erhöhen!
    Wichtig ist auch, dass ältere Kollegen/innen flexibel zu guten/besseren Bedingungen vorzeitig in Ruhestand gehen können und junge Kollegen/innen dadurch weiterhin gesicherte Arbeitsplätze mit gutem Familieneinkommen vorfinden.
    Es bleibt viel zu tun, die Arbeitgeber wieder zu Anerkennung/Wertschätzung Anstand und Respekt gegenüber ihren Mitarbeitern/innen zu bewegen. Das ist in dieser Runde leider nicht gelungen, wir sollten es auch nicht schönreden.

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    Hallo Zusammen,

    Ich bin auch der Meinung dass Verdi sich hier hat über den Tisch ziehen lassen.

    Die Ergebnissdarstellung aus Verdi Sicht ist m.e. nach schön gerechnet. Unter dem Strich bekommen wir nicht mehr als vorher.

    Das ganze im Licht des Leistungsdruckes unter zu wenig Personal, ganz besonders im Vertrieb!

    Die Umwandlung vom 13+ 14.ten Gehalt in SSZ bzw. Einfrieren und absenken der Prozentpunkte war schon eine gemeine Respektlosigkeit ggü. den Beschäftigten!
    Damals hat man uns schon mal 2 Urlaubstage stehlen lassen!

    Wir könnten doch den Tarifvertrag ablehnen?

    Bleibt dann nicht alles beim Alten?

    Die Mitglieder sollten abstimmen!

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    Glücklich bin ich nicht, aber ich habe Verständnis für die Situation. Immerhin sind die Sparkassen bei verdi mit knappen 10 % unterrepräsentiert und nur wenige Sparkässler gehen auf der Strasse streiken. Ich würde als verdi auch nicht für die 10 % den kompletten Abschluss riskieren. Und der Krankenschwester, dem Müllmann und der Kindergartnerin ist unsere SSZ egal. Verabschiedet Euch langsam in Gedanken von der SSZ, in 5 Jahren gibt es die nicht mehr. Worauf ich mich freue sind die unzähligen Anrufe am 15.11.2021 in unserer Personalabteilung: „Entschuldigung, habt Ihr Euch verrechnet? Könnt Ihr mal schauen, letztes Jahr hatte ich noch mehr bekommen, ist da was schief gelaufen?“ Weil das bei den meisten überhaupt nicht präsent ist. Die Position der Sparkassen stärken wir nur, wenn wir signifikant mehr Mitglieder für verdi begeistern, was zugegeben bei dem Tarifabschluss schwer sein wird….eine Spirale, die sich nach unten bewegen wird. ENTTÄUSCHUNG, AUSTRITT, SCHLECHTE VERHANDLUNGSPOSITIO, SCHLECHTER ABSCHLUSS, ENTTÄUSCHUNG……..

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      Ich denke, hier ist alles auf den Punkt gebracht. Jede weitere Diskussion erübrigt sich da. So lange eine Mehrheit von Trittbrettfahren von den Abschlüssen profitiert, die einige wenige zahlende und agierende Gewerkschaftsmitglieder ermöglichen, so lange kann es auch keinen Druck der Straße und bessere Abschlüsse geben.

  11. Avatar

    Ich kann den Unmut teilweise nachvollziehen, zumindest von denen, die sich in die Tarifrunde – teils zum ersten Mal – eingebracht haben und sich demnach mehr erhofft haben.

    Nicht nachvollziehen kann ich die Art und Weise wie Meinungen präsentiert und die Verhandelnden diffamiert.

    Wenn Sparkassenbeschäftige 7% der Angestellten im öD darstellen, davon jedoch gerade mal jeder zehnte bei einem Warstreik beteiligt war, dann sollte sich jeder fragen, wie sein Beitrag in der nächsten Verhandlung aussehen kann, damit die Ergebnisse mehr unsere Interessen als Sparkässler widerspiegeln. Ein Austritt ist demnach jetzt genau der falsche Schluss aus einer Unzufriedenheit mit dem Ergebnis.

    Dass wir mit 14,x Gehältern deutlich besser da stehen, als der gesamte Rest des öffentlichen Dienstes wirbt in der Bevölkerung sicher nicht für Verständnis, wenn deswegen ein Tarifabschluss auf der Kippe steht und die Gemeinschaft des öD in den Erzwingungsstreik geht. Die Arbeitgeberverbände haben sich dieses mal stark gezeigt. Entsprechend müssen wir Ihnen in der nächsten Runde gestärkt und in größerer Zahl entgegen treten.

    @Sebastian – ja, die bekommen Sparkassenbeschäftige genauso wie alle anderen im öD.

  12. Avatar

    In den 379 Sparkassen in Deutschland sind ca. 200.000 Menschen beschäftigt. Und wie viele sind in ver.di drin?
    Im Gegensatz zu klassischen „Arbeiter-Unternehmen“ ist der Organisationsgrad der Sparkässler deutlichst niedriger, oder um es anderes zu sagen „einfach unterirdisch“!
    Klasse, dass in Summe 20.000 Sparkässler auf der Straße waren und gestreikt haben, wo waren aber denn die übrigen 180.000 Beschäftigten?
    Ganz einfach: Wer nicht raus geht „sitzt auf dem Schoß der Arbeitgeber“!!! Und das ist unser Problem!!!
    Anscheinend geht es diesen 180.000 Sparkässlern immer noch zu gut, oder?
    Wer glaubt, dass Tarifergebnisse in Tarifverhandlungen in einem warmen Raum erstritten werden, der träumt.
    Tarifergebnisse werden schlußendlich „auf der Straße“ erstritten, oder anders ausgedrückt: Nur der Druck von der Straße bewegt was und unterstützt aktiv die Kolleginnen und Kollegen, die für uns in diesen Verhandlungen sitzen.
    Zeigt nicht mit dem Finger auf unsere Verhandler, unterstellt ihnen nicht, dass sie nicht genug getan hätten, zeigt mit dem Finger auf die Kolleginnen und Kollegen, die nicht bereit waren und nicht bereit sind den Hintern zu heben und für unsere Forderungen zu streiken.
    Die überwiegende Mehrzahl der Sparkässler hat sich in der Vergangenheit immer darauf verlassen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen aus den anderen ÖD-Betrieben die Kastanien aus dem Feuer geholt haben. Die gibt es aber heute nur noch sehr reduziert.
    Früher waren das unsere klassischen Arbeiter von den Bauhöfen und der Müllabfuhr, auf die setzen konnten. Allerdings ist in vielen Kommunen die Müllabfuhr privatisiert und die Arbeit unserer Bauhof-Kollegen wird auch immer mehr ausgegliedert oder fremd vergeben.
    Und denk daran, was die Arbeitgeber gefordert haben:
    Eine Streichung von 34% des festen SSZ-Anteils, sie wollten diese von 88,77% auf 54,77% reduzieren, und das ohne eine Kompensation.
    Und immer dran denken:
    der werte Bundesinnenminister wollte uns ein ganzes Gehalt abnehmen, auch das ohne eine Kompensation!
    Ja, ich finde das Ergebnis auch nicht prall! Aber hätten wir in einer Zeit der rapide steigenden Corona-Infektionen wirklich einen Erzwingungsstreik durchhalten können? Wer das glaubt, der träumt“. Die Bevölkerung hätte uns geteert und gefedert!
    Und einen Erzwingungsstreik nur durch uns Sparkässler führen? Da liege ich am Boden vor lachen bei dem bescheidenen Organisationsgrad in unseren 379 Sparkassen
    Hätten wir die Verhandlungen abbrechen sollen und lieber auf das nächste Jahr warten sollen? Hört sich logisch an, oder? Leider aber nicht durchdacht, da es immer einen gibt, der den „billigen Jakob“ macht.
    ver.di hat vor Jahren Tarifverhandlungen für unsere Kolleginnen und Kollegen aus den VR-Banken geführt. Nach annähernd 2-3 Jahren waren die Arbeitgeber immer noch nicht bereit, von ihren „Wünschen“ (u. a. 12% des Jahresbruttos sollte flexibilisiert werden, Einführung von Niedriglohngruppen, Streichung von Erfahrungsstufen usw.), die nur Verschlechterungen bedeutet hätten, Abstand zu nehmen.
    Und Ratz-Fatz hat der DBV und DHV innerhalb kurzer Zeit alles unterschrieben, was die Arbeitgeber wollten.
    Wollt Ihr das??? Ich nicht!!! Also, was ist bitte die Alternative?
    „Wenn ich eine aufs Maul bekomme, stehe ich auf, schimpf nicht lange, putz mir den Rotz von der Nase und mache weiter“!
    Ich mache weiter meine Kolleginnen und Kollegen davon zu überzeugen, dass wir gemeinsam was wuppen können, wenn wir uns deutlichst stärker in ver.di organisieren.
    Ich mache weiter den Kolleginnen und Kollegen klar zu machen, dass Tarifverträge nicht vom Himmel fallen.
    Und ich lasse meine Wut und Frust und meine Enttäuschung nicht an den ehren- wie den hauptamtlichen ver.di-Verhandlern aus, sondern hinterfrage selbstkritisch:
    WAS HÄTTEN WIR SPARKÄSSLER ERREICHEN KÖNNEN, WENN WIR ALLE SOLIDARISCH GEWESEN WÄREN?!?!
    Wünsche Euch gute und selbstkritische Gedanken!
    P.S.
    Und wenn Ihr Euch fragt, was das für ein komischer Vogel ist, der so etwas schreibt.
    Ich bin einer, der bei den SSZ-Verhandlungen 2004/2005 direkt dabei war, ebenso bei den EGO-Verhandlungen und bei der Tarifauseinandersetzung zur Wochenarbeitszeit.
    Ich bilde mir darauf nichts ein, aber ich weiß, was Tarifverhandlungen zu führen, heißt.
    Ich bin einer, der als 5.Gewerkschaftsmitglied in meiner Sparkasse ganz klein angefangen hat.
    Gemeinsam mit vielen tollen Mitstreiterinnen und Mitstreitern haben wir es in den letzten Jahrzehnten geschafft, dass unser Haus in unserem Bundesland den zweithöchsten Organisationsgrad hat.
    Wenn wir das geschafft haben, dann könnt Ihr das ganz sicher auch schaffen, oder?
    Ich drück Euch die Daumen, gemeinsam sind wir stark, es lohnt sich, wirklich!

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      Herr Kapfer hat leider mit viel zu vielen Punkten recht.

      Meine Versuche, Kollegen in meiner Abteilung die Augen zu öffnen und Gewerkschaftsmitglied zu werden, prallen an den Menschen ab, wie ein Tennisball.
      Wenn unsere lieben Kollegen nicht den Hintern hochheben, sich nicht organisieren und auch nicht das StreikRECHT ausnutzen, wird die Gehaltsentwicklung bei den Sparkassen weiter abwärts gehen.

      Leider gilt das mit den sinkenden Gehältern natürlich nur für die Angestellten, die Herren und Damen Vorstände profitieren von der prozentualen Steigerung, aber natürlich wird bei denen nicht die Zulage gekürzt.

      Allein diese Tatsache muss massiv diskutiert werden, hier wären die Verwaltungsratsmitglieder der Sparkasse in dieses Gremium getragen werden. Des Weiteren gehört dies in die Presse!

      Aber dies wird nichts am Grundproblem der deutschen Banken lösen. Bei den nächsten Tarifverhandlungen ist die Zinsspanne noch viel schlechter und die nächsten Einsparungen kommen garantiert. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass das 14. Gehalt bald der Vergangenheit angehört.

      Jeder der es noch kann, verlasst diese im permanenten Niedergang befindliche Branche. Es wird massiv zu Fusionen kommen, und jede Fusion dient nur einem, der Gehaltssteigerung der Vorstände und dem Personalabbau darunter!!

  13. Avatar

    Ich kann den Unmut teilweise nachvollziehen, zumindest von denen, die sich in die Tarifrunde – teils zum ersten Mal – eingebracht haben und sich demnach mehr erhofft haben.

    Nicht nachvollziehen kann ich die Art und Weise wie Meinungen präsentiert und die Verhandelnden diffamiert werden.

    Wenn Sparkassenbeschäftige 7% der Angestellten im öD darstellen, davon jedoch gerade mal jeder zehnte bei einem Warnstreik beteiligt war, dann sollte sich jeder fragen, wie sein Beitrag in der nächsten Verhandlung aussehen kann, damit die Ergebnisse mehr unsere Interessen als Sparkässler widerspiegeln. Ein Austritt ist demnach jetzt genau der falsche Schluss aus einer Unzufriedenheit mit dem Ergebnis.

    Dass wir mit 14,X Gehältern deutlich besser da stehen, als der gesamte Rest des öffentlichen Dienstes, wirbt in der Bevölkerung sicher nicht für Verständnis, wenn deswegen ein Tarifabschluss auf der Kippe steht und die Gemeinschaft des öD in den Erzwingungsstreik geht. Die Arbeitgeberverbände haben sich dieses mal stark gezeigt. Und die Situation um uns herum, die die Pandemie mit sich bringt, trägt ihr übriges dazu bei. Entsprechend müssen wir in der nächsten Runde gestärkt und in größerer Zahl auftreten, um weitere Eingriffe zu verhindern.

    Danke Andreas für deine klären Worte.

  14. Avatar

    Meiner Meinung nach ist dieses Tarifergebnis kein Ergebnis ist, mit dem man zufrieden sein kann. Aber es ist das Ergebnis, dass in diesen Zeiten, aus meiner Sicht möglich war. Wir als Sparkassen müssen endlich aufwachen. Wir haben uns in der Vergangenheit immer darauf verlassen, dass die „Anderen“ (Arbeiter, Blaumänner, Bauhöfe…) die Kohlen für uns aus dem Feuer holen. Wenn wir wenigstens mit sehr hohen Organisationsgraden solidarisch an Ihrer Seite stehen würden, könnte ich dem noch etwas positives abgewinnen. Aber wir haben uns drauf verlassen und sind auch in Summe unterirdisch organisiert!!! Und jetzt soll Verdi mit wehenden Fahnen immer wieder für die Sparkassen, solidarisch, eine mögliche Tarifeinigung auf Spiel setzen?? Das war Jahrzehnte lang so! Irgendwann (und das ist jetzt) müssen wir uns unserer eigenen Verantwortung stellen und uns stärker organisieren. Dann mit neuer Stärke, gemeinsam zusammen stehen und unseren Verhandlungsführern auch ein ordentliches Pfund an die Hand geben. Ja wir haben uns dieses Jahr auseinanderdividieren lassen und das schmerzt!!! Aber wenn wir uns jetzt nicht endlich emanzipieren und unseren Kolleginne und Kollegen im restlichen offentliche Dienst auf Augenhöhe und deutlich gesteigerten organisationsgraden zur Seite stehen bleibt das ein offene Flanke. Zum Schluss möchte ich noch eines sehr deutlich sagen. Unsere Verhandlungsführer könne vieles sagen, diskutieren, anregen und dagegen sein. Die Frage ist aber immer, bin ich in der Lage die Meinung oder die Verdi Position durchzusetzen?! Dazu sage ich nur folgendes, wir haben in Baden-Württemberg ca 50 Sparkassen, davon waren nennenswert 10 Sparkassen auf der Straße, 40 waren es nicht!!! Wen will ich denn bitte damit beeindrucken? Und jeder der jetzt aus Enttäuschung austreten will, der hat nicht verstanden wie Tarifverhandlungen funktionieren. Wir müssen mehr werden, nicht weniger. Also lasst uns dieses enttäuschende Ergebnis nutzen um mehr zu werden. Sonst gibt es in drei Jahren die nächste klatsche. Bleibt gesund alle miteinander.

  15. Avatar

    Ich kann den Unmut teilweise nachvollziehen, zumindest von denen, die sich in die Tarifrunde – teils zum ersten Mal – eingebracht haben und sich demnach mehr erhofft haben.

    Nicht nachvollziehen kann ich die Art und Weise wie Meinungen präsentiert und die Verhandelnden diffamiert werden.

    Wenn Sparkassenbeschäftige 7% der Angestellten im öD darstellen, davon jedoch gerade mal jeder zehnte bei einem Warnstreik beteiligt war, dann sollte sich jeder fragen, wie sein Beitrag in der nächsten Verhandlung aussehen kann, damit die Ergebnisse mehr unsere Interessen als Sparkässler widerspiegeln. Ein Austritt ist demnach jetzt genau der falsche Schluss aus einer Unzufriedenheit mit dem Ergebnis.

    Dass wir mit 14,X Gehältern deutlich besser da stehen, als der gesamte Rest des öffentlichen Dienstes, wirbt in der Bevölkerung sicher nicht für Verständnis, wenn deswegen ein Tarifabschluss auf der Kippe steht und die Gemeinschaft des öD in den Erzwingungsstreik geht. Die Arbeitgeberverbände haben sich dieses mal stark gezeigt. Und die Situation um uns herum, die die Pandemie mit sich bringt, trägt ihr übriges dazu bei. Entsprechend müssen wir in der nächsten Runde gestärkt und in größerer Zahl auftreten, um weitere Eingriffe zu verhindern.

    @Stephan – die Tage sind auf Dauer. Wobei das nicht heißen muss, dass dies nicht in der nächsten Tarifrunde nicht wieder zur Verhandlung steht. Am besten stellst du solche Fragen direkt einem Gewerkschaftssekretär, der für dein Haus Ansprechpartner ist. Solltest du nicht wissen, wer das ist, wende dich am besten an deinen Personalrat.

    @T-S.
    Zur Wahrheit gehört dabei jedoch auch, dass das vorgelegte Angebot der Arbeitgeberverbände mit den dargestellten Gehaltssteigerungen nur unter Reduzierung der Sonderzahlung von in der Spitze 34% und weiteren Änderungen im Prozess der Stellenbeschreibungen (und damit verbunden niedrigeren Bewertungen für viele Tätigkeitsbereiche) im Raum stand. Das ganze losgelöst vom gesamten Angebot zu betrachten, ist daher schlichtweg nicht möglich.

  16. Avatar

    Moin, aus der Landeshauptstadt Hannover!

    Bin zwar NICHT mehr in „Amt und Würden“: Aber auch als „Vorruhe-ständler“ zahle ich GERN meinen Obolus an VERDI!!!

    Habe mir NICHT die Zeit genommen alle Kommentare zu lesen, möchte aber anmerken/ eine „Serviceleistung“ ist nicht zum 0-Tarif zu bekommen.

    Früher/als die „wast-manager“ mit uns gewerkschaftlich verbunden waren…jetzt haben WIR andere Zeiten!!

  17. Avatar

    Das Ergebnis ist für die Sparkassen doch ein schlechter Scherz!
    Wir sind anscheint weniger Wert als alle anderen. Ihr könnt daher euer Streikgeld behalten. Ich trete aus. Eine Gewerkschaft die nicht im geringsten meine Interessen vertritt, unterstütze ich nicht mehr!

  18. Avatar

    Ja, das Tarifergebnis ist eine große Enttäuschung.
    Ja, der Organisationsgrad in den Sparkassen ist gering.

    Vielleicht sollte sich aber Verdi fragen, weshalb das so istr?
    Wenn ich schaue, wie oft ich einen Verdi-Vertreter in den letzten 10 Jahren gesehen habe, da brauche ich nicht einmal eine Hand. Ganz zu schweigen von den unzähligen Malen, wo kurzfristig Termine, Treffen, Auftritte (insbesondere in den Personalversammlungen) abgesagt wurden. Das ist als Personalrat überaus peinlich und wie sollen dann andere überzeugt werden, mitzumachen?

    Im Gegenteil, man gewinnt den Eindruck, dass es Verdi größtenteils egal ist, was mit Sparkassen ist. Und das ist der Teufelskreis… Zu wenige Mitglieder -> da müssen wir nicht so präsent sein -> keine Präsenz, kaum Eintritte -> geringer Organisationsgrad -> wenig Berücksichtigung in den Verhandlungen

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      Hallo Greenkeeper,
      pauschalierte Aussagen über hauptamtliche Kolleginnen und Kollegen bringen uns nicht weiter. Ein „Hauptamlichen-Bashing“ nutzt niemanden von uns.
      Meine hauptamtliche ver.di-Kollegin vom ver.di-Bezirk hat 5 Sparkassen zu betreuen, vom einen Ende zum anderen Ende ihres Betreuungsbereichs hat sie mal locker 120 bis 140 km zu fahren. Logischerweise kann sie da nicht immer für uns parat stehen.
      Wir arbeiten seit über 10 Jahren mit dieser hauptamtlichen Kollegin, und wenn bei uns was brennt, ist sie da, sowohl körperlich wie auch mit Rat und Tat.
      Ebenso ist sie bei jeder Personalversammlung dabei, logischerweise natürlich auch mit einem eigenen Tagesordnungspunkt.
      Viele Kolleginnen und Kollegen sagen, sie ist ein Teil von uns.
      Sie wird allerdings im Regelfall kein Mitglied werben, das ist Sache der ver.di-Mitglieder und unserer ver.di-Vertrauensleute.
      Wesentlich, dass wir mehr werden, ist eine aktive Bertriebsgruppenarbeit, in der sich viele Kolleginnen und Kollegen auch engagieren.
      Es lohnt sich die Zeit zu nehmen, eine ver.di-Betriebsgruppe aufzubauen, dann werden wir auch mehr.

  19. Avatar

    Besser geht immer. Wenn es bei Verhandlungen keinen Sieger und Verlierer geben soll geht es immer um Kompromisse… und ich finde dass dieser tragbar ist.
    Es wird in Sparkassenkreisen bei Kürzungen immer viel gemeckert aber die Bereitschaft, in die Gewerkschaft einzutreten ist aus „Kostengründen“ oft nicht da. Also müssen wir Mitarbeiter uns nicht wundern, wenn wir nicht so stark sind wie die Arbeitgeberseite und damit auch zeigen, dass es uns wohl doch nicht so wichtig ist.
    Danke Verdi für das Ergebnis.

  20. Avatar

    Wir sind die einzige Sparte in ganz Deutschland, die bei Tarifrunden ein Minus abschließt.
    Seit 30 Jahren schließen wir ca. 1 % unter dem der Metaller ab = 30% weniger Lohn für einen „sicheren“ Arbeitsplatz. Das war einmal.
    Und wie wär es mal mit einer Angleichung der wöchentlichen Arbeitszeit auf das Niveau der Metaller, nämlich 35 Stunden.
    Wenn schon Lohnverzicht, dann als Gegenleistung Freizeit.

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      Hallo Wolle, wer die Metaller mit den Sparkässlern vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
      Die Metaller, die mit dem Blaumann im Betrieb sind, haben im Vergleich zu uns einen Organisationsgrad mit 80% und darüber hinaus.
      Und wie sieht unser Organisationsgrad in den Sparkassen aus? 7%, 8%? Merkst Du was?
      Und wenn die IG Metall zum Streik aufruft, sind diese Kolleginnen und Kollegen draußen auf der Straße.
      Die kaufmännischen Beschäftigten im Metallbereich sind im Regelfall deutlich geringer organisiert, wie ihre Arbeiter-Kolleginnen und -Kollegen. Die Kaufleute verlassen sich auf die Arbeiter im Blaumann, frei nach dem Motto „die werden uns die Kastanien schon aus dem Feuer holen“.
      Unsere „Blaumänner“ waren (und teilweise sind sie es heute noch, wenn sie nicht schon privatisiert oder ausgegliedert sind) die Kollegen von der Müllabfuhr und von den Bauhöfen, auf die wir uns verlassen konnten. Wir Sparkässler waren (und sind) wie die Kaufleute im Metallbereich. Einfach im warmen Büro bleiben, die anderen werden es für uns schon machen.
      Deine Aussage, dass wir in den letzten Jahren bei den Tarifabschlüssen immer nur im 1 %-Bereich gelegen haben stimmt nicht.
      März 2014 gab es 3%, mindestens 90€, März 2015 waren es 2,4% und 30 Tage Urlaub für alle. Im März 2016 bekamen wir 2,4% und ab Februar 2017 nochmals 2,35%. Ab März 2018 gab es 3,19% mehr Kohle, und ab April 2019 nochmals 3,09% obendrauf.
      Und all das haben nicht wir, die Sparkässler, erreicht, sondern der Druck des gesamten öffentlichen Dienstes, wobei wir Sparkässler aufgrund des mehr als bescheidenen Organisationsgrads wohl das wenigste dazu beigetragen haben.
      Mit bruddeln gewinnt man keinen Blumentopf, wenn aber jeder von uns bis Ende März 2021 in seiner eigenen Sparkasse 10 Kolleginnen und Kollegen in ver.di rein holt, dann ist der Anfang schon gemacht!

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    Aus meiner Sicht wird leider einiges in der Diskussion vergessen:
    Die SSZ war ja ein „Ausgleich“ für die durch die Bank höhere Vergütung im Bankentarif. Außerdem stehen wir als „Sparkässler“ täglich im harten Wettbewerb mit Zielvorgaben usw. mit anderen Finanzdienstleistern aller Art. Inwieweit dies bei anderen „Verdianern“ der Fall ist……?
    Wenn ein Angestellter einer Kommune eine neue Stelle antritt, so greift die ausgeschriebene Vergütungsstufe sofort. Auch das habe ich in vielen Jahren meiner Berufstätigkeit bei der Sparkasse so noch nicht erlebt.
    Für mich bleibt ein fader Beigeschmack – schade , vielleicht war auch die Forderung aus der letzten Tarifrunde insgesamt zu hoch, was sich jetzt „gerächt“ hat. Ich wünsche mir ein faire, angemessene Vergütung und nicht mehr Freizeit. Jetzt ist die Tür weit offen um in Zukunft einen kontinuierlichen Abbau der SSZ voranzutreiben. Danke!

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    Zuerst einmal, das ist nach dem Säbelrasseln ein mauer Tarifabschluss, der den Organisationsgrad in der Sparkassenlandschaft nicht verbessern wird.
    Im Vorfeld der Tarifverhandlungen stand uns kein Gewerkschaftssekretär mit der Begründung der anstehenden Tarifrunde für Fragen zur Verfügung. Bestellte Unterlagen wurden nicht zugeschickt. In so einem Umfeld wird es einem schwer gemacht, für die Gewerkschaft zu werben. Und dann: verzögerte Gehaltserhöhungen, die letzte 1 Monat vor Ende der Tariflaufzeit. Was glaubt Ihr, was in der nächsten Runde ein Argument sein wird? „Ihr habt doch gerade eine Erhöhung gehabt“. Gibt es bei der Option 2 weitere Urlaubstage eine Musterdienstvereinbarung von Verdi, oder lasst Ihr da die Personalräte auch alleine stehen? Den Sparkassen geht es angeblich ja finanziell so schlecht, aber Verdi nutzt auch nicht die Lage, um einen verbesserten Altersteilzeittarifvertrag auszuhandeln, der beiden Parteien von Vorteil sein kann. ….u.s.w Ich kann gar nicht alles aufzählen, was man sich als Personalratsvorsitzender von den Kollegen*innen zu dem Tarifabschluss anhören kann.
    Viele Grüße von einem sehr enttäuschten Mitglied

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    Ein Kompromiss ist immer noch das Ergebnis der bestehenden Kräftverhältnisse. Daher sollte jeder der unzufrieden ist sich überlegen, woran das vermeintlich „schlechte“ Ergebnis gelegen hat.
    Ich bin schon so weit, dass es mal NICHTS – keine Erhöhung geben sollte, damit den vielen Nutznießern, die nichts dafür tun, mal die Augen aufgehen.

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    Ihr glaubt doch nicht tatsächlich, dass nach dem Abschluss wirklich jemand freiwillig von den Sparkassenangestellten Verdi beitritt??

    Verdi hätte genauso jede Mitgliedschaft einseitig kündigen können. So hätten die Mitglieder wenigstens noch einen Mehrwert durch den eingesparten Beitrag.

    Ich WAR überzeugtes Mitglied und bin ausgetreten!! Eine Frechheit dieser Abschluss!!!!

    Wir müssen uns eingestehen, dass VERDI einfach versagt hat – VERSAGER

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