Unterschiedliche Reaktionen auf den Abschluss. Jetzt die richtigen Schlüsse ziehen!

Was gilt es nun zu tun und wo liegen Chancen und Risiken für die Zukunft?

Dieser Tarifabschluss ist sicher nicht unser aller Wunschergebnis, denn die Kolleginnen und Kollegen in den Sparkassen werden in besonderem Maße in Anspruch genommen. Das muss zunächst festgehalten werden. Das ist Fakt. Fakt ist aber auch, dass der Abschluss ohne den beherzten Einsatz vieler in den Sparkassen deutlich schlechter ausgefallen wäre. Zwischenzeitlich standen 20% mehr SSZ-Abzug im Feuer (sprich 34%) und das ohne jegliche Gegenleistung. Jetzt wird weniger gekürzt. Dafür gibt es ab 2022 zwei Urlaubstage mehr. Wir müssen über die Ereignisse und Verhandlungen sprechen. Aber dazu später.

Nach dem Abschluss erleben wir verschiedene Reaktionen.
 Einige muss man einfach ertragen. Zum Beispiel, wenn Personen auf möglichst vielen Foren Gefallen daran finden, „Gewerkschaftsbashing“ zu betreiben und fernab aller Realitäten absurde Behauptungen und Erkenntnisse einstellen. Auch wenn Personen, die noch vor wenigen Tagen an gleicher Stelle Gewerkschaftsforderungen bei den schwierigen Zeiten für Sparkassen als unpassend bezeichnen und den Vorständen zur Seite springen, nun dem Abschluss überhaupt „nichts“ abgewinnen können. Das ist durchschaubar, schwach und sollte charakterlich individuell betrachtet werden.

Was uns aber natürlich total beschäftigt, sind Ihre und Eure ehrlichen Reaktionen. Die der Mitglieder, die durch das eigene Engagement ein anderes Ergebnis erhofft, ja erwartet haben. Allerdings ist auch hier die Spreizung riesig. Tatsächlich gibt es auch Mitglieder, die das Ergebnis begrüßen oder feststellen, dass sie es tatsächlich schlimmer erwartet haben. Normal ist aber auch, dass die Mehrzahl der Reaktionen, die bei uns ankommen, negativ ist. Ein normales Verhalten, das man nicht nur in Tarifrunden antrifft. Hiermit wollen wir uns aber intensiv und aufrichtig beschäftigen. Das liegt uns am Herzen!

Zu verschweigen ist leider auch nicht, dass einige Rückmeldungen in unseren Augen in der Ton-und Wortwahl teilweise echt „starker Tobak“ sind. Viele Mitglieder und auch unsere Gewerkschaftssekretärinnen und –sekretäre waren in den letzten Wochen häufig täglich rund um die Uhr im engagierten Einsatz bis hin zur persönlichen Verausgabung. Gerade diese Personen haben mit ihrem persönlichen Engagement ein besseres Ergebnis erhofft aber auf jeden Fall mehr Respekt und Wertschätzung verdient. Es mag Zeitgeist sein, Menschen, die sich für andere einsetzen, zu beleidigen und anzugreifen. Unsere Form des Umgangs sollte das in einer solidarischen Gemeinschaft aber auf keinen Fall sein. Ein ausgesprochen riesiges Dankeschön an unsere Aktiven! Wir brauchen Euch!

Wir stellen uns

Wichtig ist aber, dass wir alle im Kontakt sind und gemeinsam klären, wo wir nun stehen! Wir wollen in der nächsten Zeit so persönlich wie möglich informieren, warum es für die Sparkassen-Beschäftigten so gekommen ist, wie es nun vereinbart wurde. Auch wollen wir offen mit den Fragen, den Hinweisen und natürlich auch der Kritik umgehen. In Anbetracht der aktuell verschärften Corona-Pandemie fallen überwiegend „klassische Zugangswege“ wie Personal- und Mitgliederversammlungen fast vollständig weg. Und keiner von uns kann beantworten, wann wir so etwas wie Normalität wieder erleben dürfen.

Wir werden uns also an unterschiedlichen Stellen in Verschiedenen Formaten mit ihnen in Verbindung setzen um einen Austausch zu ermöglichen.  Aktiv und von uns aus!

Wie geht’s weiter?

Wir verzeichnen Ein- und Austritte von Sparkassen-Beschäftigten. Wir wollen und werden um jedes Mitglied kämpfen.

Ein Austritt zu diesem Zeitpunkt ist vielleicht in einer Phase der Enttäuschung verständlich. Er ist aber eine Kapitulation vor dem Verhalten der Sparkassen-Vorstände, die in dieser Runde eine bessere Verhandlungsgrundlage hatten.

Sie haben verstanden, die „Gunst ihrer Stunde“ auszuspielen und haben alle Anderen ultimativ unter Druck gesetzt.

Auch hierüber werden wir berichten. Zudem hat ihnen geholfen, dass allen guten Aktionen zum Trotz, sich nur jede/r 10 Sparkassenbeschäftigte bundesweit an Streiks beteiligt hat.

Das zeigt die Notwendigkeit auf, weiter stärker werden zu müssen und sich nicht ins eigene Fleisch zu schneiden. Ansonsten begünstigen wir auch das Verhalten einiger Vorstände bei deren Bemühungen, Sparkassen-Beschäftigte vom Einsatz für die eigenen Interessen abzuhalten.

Wir befinden uns in einem harten Rennen. Diese Etappe, trotz der erreichten Verbesserungen, wurde nicht von uns gewonnen.

Die Sparkassen-Vorstände werden aber auch nun keine Ruhe geben. Sie finden Gefallen daran, dass außer ihnen alle Einbußen haben. Nun liegt es an uns, uns so aufzustellen, dass wir beim Überfahren der Ziellinie uns selbst belohnen. Jedes Mitglied hilft, das Rennen der Sparkassen-Beschäftigten positiv zu beeinflussen. Alle anderen helfen den Vorständen.

Das Flugblatt steht hier zum Download zur Verfügung

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