Arbeitgeberangebot: Das Gegenteil von Wertschätzung – Angriff auf die SSZ jetzt offiziell!

Angebot, so kann man das, was die Arbeitgeber am 16.10.2020 vorgelegt haben, nicht nennen. Viele Nullmonate, lange Laufzeit, wenig Gehaltssteigerung für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und ein Angriff auf unsere Portemonnaies: Obwohl wir zweimal mit den Sparkassenarbeitgebern verhandelt haben, wird erst heute offiziell, die SSZ soll abgesenkt werden.

Die Arbeitgeber fordern:

„[…] Der garantierte Anteil der Sparkassensonderzahlung wird

  • zum 1. Januar 2021 auf 81,77 Prozentpunkte,
  • zum 1. Januar 2022 auf 74,77 Prozentpunkte und
  • zum 1. Januar 2023 auf 64,77 Prozentpunkte abgesenkt.


b) Die Sparkassensonderzahlung wird zum 1. Januar der Jahre 2021, 2022, 2023 und 2024 auf dem sich jeweils aus Buchstaben a) ergebenden materiellen Niveau eingefroren; ab dem 1. Januar 2021 wirksam werdende allgemeine Entgelterhöhungen finden auf die Sparkassensonderzahlung bis 31. Dezember 2024 keine Anwendung. […]“


Das bedeutet die Absenkung konkret:


Die weiteren Eckpunkte des Angebotes sind:

• Die Tabellenentgelte sollen wie folgt erhöht werden:

ab dem 1. März 2021 um 1,0 Prozent, mindestens aber 30 Euro,
ab dem 1. März 2022 um 1,0 Prozent und
ab dem 1. März 2023 um 1,5 Prozent

• Für Auszubildende, Studierende und Praktikantinnen und Praktikanten sind die gleichen linearen Steigerungen vorgesehen, allerdings ohne Mindestbetrag.

• Die Übernahmeregelung der Azubis soll bis zum 31.10.23 fortgeschrieben werden.

• Corona-Sonderzahlung

Im Dezemberentgelt 2020 soll es eine einmalige Corona-Sonderzahlung in Höhe von 300 € geben. Wer bereits in den Genuss einer Corona Prämie gekommen ist, muss sich diese aus steuerlichen Gründen auf den genannten Betrag anrechnen lassen,

• Die Inanspruchnahme der Altersteilzeit soll bis zum 31.10.23 fortgeschrieben werden.

• Angleichung der Arbeitszeit Ost an West

Ab dem 1. Januar 2023, Absenkung auf durchschnittlich 39,5 Stunden sowie ab dem 1. Januar 2024 auf 39,0 Stunden wöchentlich

Bestandteile des Entgelts können zur Nutzung steuerlicher Vorteile zu Zwecken des Leasings von Fahrrädern gemäß § 63a StVZO einzelvertraglich umgewandelt werden.

• Erneut stellten die Arbeitgeber den Arbeitsvorgang in Frage.

• Der TV Covid zur Kurzarbeit im öD soll bis zum 31.12.21 verlängert werden.

Das Angebot steht auf der Seite des Bundesinnenministerium zum Download zur Verfügung

Die Arbeitgeber haben zwei Verhandlungsrunden ohne Angebot verstreichen lassen. Sie haben uns in den Verhandlungen des Sparkassentisches im Unklaren gelassen, um jetzt, kurz vor der 3. Verhandlungsrunde mit einem Angebot um die Ecke zu kommen, das jede Wertschätzung vermissen lässt. Die Arbeitgeber nutzen die Corona-Situation schamlos aus und verschärfen den Konflikt, während sie von uns Kompromissbereitschaft erwarten.

Wir können und werden uns das nicht gefallen lassen:

Unsere Antwort können nur weitere Streiks in der nächsten Woche sein! Sei dabei, informier Dich vor Ort, wann und wo die Streiks stattfinden werden. Sprich mit Deinen Kolleginnen und Kollegen. Lass uns gemeinsam gegen diesen Angriff auf die SSZ kämpfen! Mit kreativen Aktionen ist das auch unter Pandemie Bedingungen möglich!

Hier geht es zu unserem Flugblatt:

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar

    Das Angebot der Arbeitgeberseite kann man nur als einen Affront ansehen. Das ist schlichtweg Realeinkommensverlust.
    Die Auffassung zur Angleichung der Arbeitszeit Ost an West ist eine arbeitgeberseitige Frechheit. Die wohlklingenden Worte unserer Politprominenz zum 30. Einheitsjubiläum sind gerade verklungen und jetzt kommt wieder das Wolkenkuckucksheim.
    Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite ist wohl schon gedanklich bei seiner bevorstehenden Pensionierung (fast 30 Jahre OB in Lüneburg). Na ja… da fällt mir nur noch der abgewandelte Blüm ein: Meine Pension (Die Rente) ist sicher, und der Dank der Sparkassenvorstände dazu.

  2. Avatar

    Das ist schlichtweg nur noch eine Unverschämtheit von seiten der Arbeitgeber: Die Sparkassen-Vorstände genießen fette Gehälter einschließlich Provisionen und Dienstwagen. Bei ihnen wird nicht gespart. Auch verändert sich nichts in deren Arbeitsbelastung. Anders sieht es bei den Arbeitnehmern aus: Ständige Ausdünnung des Personals (Ruheständler, Kündigungen etc. werden nicht mehr ersetzt, sondern Arbeit den übriggebliebenen Angestellten aufgebrummt). Gleichzeitig immer mehr regulatorische Anforderungen seitens der Bankenaufsicht und ein nie dagewesener Umbruch Richtung Digitalisierung. Angestellte werden damit von den Führungskräften oft alleingelassen bzw. üben massiven Druck auf diese aus. Und jetzt soll die SSZ noch eingedampft werden. Geht´s noch? Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen!!!

  3. Avatar

    Und dann wundert sich der Vorstand noch, wenn weitere wichtige Mitarbeiter wechseln?

    Sparkassen wissen halt, wie man Mitarbeiter richtig motiviert 😉

  4. Avatar

    Keine Frage! Das Angebot zur Tarifsteigerung und der Angriff auf die SSZ sowie auch die Leermonate sind nicht akzeptabel!! Hier muss eine Verbesserung her!! Dennoch gibt es andere Elemente auf die man aufbauen kann: Anpassung AZ Ost/West; Verlängerung TV ATZ, TV Covid; Übernahme Azubis; Corona-Sonderprämie, -Sonderzahlung (auch wenn die nicht ausreichend ist); Entgeltumwandlung für das Jobrad (viele Kollegen wollen das)

  5. Avatar

    Mal ein par Fragen, die mich grade stutzig machen.
    Warum wird diese schamlose Kürzungsabsicht nicht auf der Homepage, in den sozialen Medien und auf Kundgebungen anderer Bereiche thematisiert ? Wenn ich schon lese “ …streikten auch für den Erhalt der SSZ“ – die meisten wissen davon gar nichts, wie ich die letzten Tage feststellen musste, sogar Kollegen anderer Sparkassen nicht ! – Die Kollegen sind STINKSAUER – sollen wir vielleicht WIEDER das Bauernopfer oder Opferlamm für alle anderen Bereiche werden – Sparkässler verdienen ja so viel, denen kann man ja ruhig was abziehen… Verdi hat ja gesagt – eine Kürzung ist mit uns nicht zu machen – daran werden wir euch messen !

  6. Avatar

    Die Arbeitgeberseite trinkt Wein – wenn nicht sogar Champagner – und predigt Wasser. In Anbetracht der Vergütungen der Sparkassenvorstände und deren – im Zuge des Zinstiefs – geradezu explodierenden Pensionsrückstellungen und den lukrativen Entschädigungen für Verwaltungsräte ist das Angebot der Arbeitgeberseite eine absolute Unverschämtheit. „Mit dieser Tarifkommission wird die SSZ nicht angerührt!“ – so steht es in einem ver.di-Flugblatt vom August 2020. Ich werde ver.di an dieser Zusage messen und bin zudem bereit, für den vollständigen Erhalt der SSZ massiv zu streiken!

  7. Avatar

    Verdi sollte wesentlich massiver die Gehaltssteigerungen der Vorstände und Verwaltungsräte einschließlich der üppigen Pensionsansprüche zum Thema machen. Da scheint Geld keine Rolle zu spielen !! Wir werden immer weniger Mitarbeiter, die Arbeitsverdichtung nimmt zu, Digitalisierung, neue Prozesse, neue Regularien usw.
    Jetzt auch noch Kürzungen bei der SSZ – ohne uns !!!
    Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen. Unglaublich , wie dreist die Arbeitgeberseite ist.
    Mägde verlangt Opfer von uns den Sparkassenmitarbeitern, wo werden Vorstände in die Pflicht genommen???

Schreibe einen Kommentar