Respektloses Angebot der Arbeitgeber. Verschlechterungen für Beschäftigte der Sparkassen


Die Arbeitgeber haben uns heute endlich ein „Angebot übermittelt. Die Eckpunkte des Angebotes lauten wie folgt:

Eckpunkte des Angebots:

  • Laufzeit: 1. September 2020 bis 31. August 2023
  • Lineare Erhöhung:
    • ab dem 1. März 2021 um 1,0 Prozent, mindestens aber 30 Euro,
    • ab dem 1. März 2022 um weitere 1,0 Prozent und
    • ab dem 1. März 2023 um weitere 1,5 Prozent.
  • Corona-Sonderzahlung für alle Beschäftigten zur Abmilderung der Belastung durch die Corona-Krise, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt gewährt wird, in Höhe von 300 Euro.
  • Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit im Tarifgebiet Ost in zwei Schritten (2023 und 2024) auf 39 Stunden wöchentlich.

    Die Pressemitteilung der Arbeitgeber findet sich hier

Die Verhandlungsführer von ver.di und dbb, Frank Werneke und Ulrich Silberbach, haben das Arbeitgeberangebot in der Einkommensrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen als unzureichend zurückgewiesen. „Die angebotenen Lohnsteigerungen sind geradezu respektlos. Für kleinere und mittlere Einkommen bedarf es eines deutlich höheren Mindestbetrags. Die Laufzeit ist eindeutig zu lang. Insbesondere die Vorschläge für das Gesundheitswesen sind richtig dreist.

„Zudem verbergen sich im Angebot zahlreiche Verschlechterungen“, warnte Werneke. So wollten die Arbeitgeber die Eingruppierungsgrundlagen so verändern, dass künftig Herabstufungen von Beschäftigten möglich sind; auch sei die Reduzierung der Jahresleistung für die Kolleginnen und Kollegen bei den Sparkassen geplant.

Nach warmen Worten von Politikerinnen und Politikern im Frühjahr erhalten die Beschäftigten in den Krankenhäusern von den Arbeitgebern eine Klatsche, während sie zeitgleich schon wieder um das Leben von Corona-Patienten ringen. Auch die weiteren Forderungen und Erwartungen wie die Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro oder die zeitnahe Ost-West-Angleichung bei der Arbeitszeit werden nicht erfüllt“, erklärte Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di): „Das ist sehr enttäuschend. Vor dem Hintergrund der Ankündigung des Bundesinnenministers, ein vernünftiges Angebot vorzulegen, ist das stattdessen der Ausdruck mangelnder Wertschätzung. Von einem Durchbruch sind wir weit entfernt.“

Die Ausführliche erste Reaktion auf das Angebot findet sich in der Pressemitteilung der Gesamtorganisation

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar

    Ich bin erschüttert- auch über die Kommunikation meiner Gewerkschaft: Warum kann ich auf keiner verdi-Seite die Forderung an Sparkassen-Mitarbeiter lesen? Warum verlinkt Ihr auf der Sparkassenseite die Pressemitteilung der VKA, wo diese Forderung auch nicht beschrieben wird (nehmt bitte das 9-seitige offizielle Angebot des bmi!!!).
    Wie wollen wir mobilisieren, wenn diese Forderungen nicht nachzulesen sind!!!???
    Die Vorstände wollen in dieser Tarifrunde das Gehalt der Sparkassenkollegen um 3 % absenken plus weiteres Einfrieren bis 2024 – trotz Betriebsergebnis von fast 10 Mrd. € – und die Vorstände wollen sich an ihrer eigenen Kompensationsforderung nicht beteiligen!!!
    Das gehört genauso in jede Headline!!!!!

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