Sparkassentisch am 8. Oktober

Die Arbeitgeber stellten klar, dass es einen Tarifabschluss für den gesamten öffentlichen Dienst nur mit einem Sonderopfer für die Sparkassenbeschäftigten geben kann.

Aufgrund des letzten Tarifabschlusses aus 2018, der aus Sicht der Arbeitgeber zu hoch war, malten die Arbeitgeber wiederum ein dunkelschwarzes Zukunftsbild für die Sparkassen. Zusätzlich müssten die Qualifizierungskosten für die digitale Ausbildung der Sparkassenbeschäftigten und die Personalentwicklung geschultert werden. Gleichwohl soll das Filialnetz der Sparkassen erhalten bleiben, da es das Herzstück der Sparkassen ist. Daher sehen sich die Sparkassenarbeitgeber zu Einschnitten bei der Sparkassensonderzahlung gezwungen.

Die Forderung der Arbeitgeber:

Die komplette Sparkassensonderzahlung (SSZ) soll langfristig eingefroren werden. Darüber hinaus sehen sie sogar eine Absenkung des Garantieanteils des SSZ-Niveaus bei einem „zu hohen“ Gesamtabschluss im öffentlichen Dienst als notwendig an. Zu Konkretisierungen konnten sich die Arbeitgeber auch in dieser Gesprächsrunde nicht durchringen, allerdings sehen sie ein Einfrieren bzw. eine Absenkung über einen sehr langen Zeitraum, konkret für mindestens die Dauer der Niedrigzinsphase, als gegeben an.

Darüber hinaus setzten sie auch folgende Themen am Sparkassentisch auf die Tagesordnung:

  • eine Änderung des Arbeitsvorgangs, der zu deutlichen Abgruppierungen und Verschlechterungen der Eingruppierungen der Sparkassenbeschäftigten führen würde
  • die Laufzeit des Tarifvertrages muss mindestens 3 Jahre betragen
  • Umwandlung von Gehaltsbestandteilen fürs Jobrad

Wir sind erneut dem Wunsch der Sparkassenarbeitgeber nach separaten Gesprächen nachgekommen, sehen aber immer noch deutliche Differenzen in der Bewertung der wirtschaftlichen Situation der Sparkassen. Ein Einfrieren bzw. eine Absenkung der SSZ auf langfristiger Basis ist für uns nicht hinnehmbar.

Ein dritter Sparkassentisch wurde nicht terminiert. Das heißt, in den kommenden beiden Wochen müssen wir, die Sparkassenbeschäftigten, deutlich zeigen, was uns unsere SSZ wert ist. Die Arbeitgeber sind anscheinend noch nicht beeindruckt von den bisherigen Aktivitäten ihrer Sparkassenbeschäftigten. Sie lassen die Finger immer noch nicht von der SSZ.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ihr habt bereits gezeigt, dass Streiks auch mit Abstand funktionieren! Die Arbeitgeber zwingen uns aber noch, eine Schippe drauf zu legen. Also geht raus, zeigt Flagge, damit die Vorstände verstehen, dass eure gute Arbeit auch in Zukunft gut bezahlt werden muss.

Zeigt den Arbeitgebern, dass sie auf dem Holzweg sind, wenn sie glauben, dass wir uns in Zeiten der Pandemie nicht für unsere Interessen einsetzen würden!

Sei dabei, frag nach den Planungen vor Ort in deinem Betrieb und bei ver.di vor Ort!

Sprich deine Kolleginnen und Kollegen an und beteilige dich gemeinsam an ver.di Aktionen und Streiks!

Hier gibt es unser Tarifinfo als pdf zum Herunterladen und Ausdrucken!

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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    Ein Einfrieren bzw. eine Absenkung auf langfristiger Basis ist für uns nicht hinnehmbar? Für mich ist ein einfrieren,bzw eine Absenkung auch auf kurzfristiger Basis nicht hinnehmbar. Eine Frechheit das ein Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst auf dem Rücken der Sparkassenmitarbeiter ausgetragen werden soll. Man sollte deutschlandweit die Filialen schließen und auch gleich mal alle Geldautomaten abschalten. (vielleicht macht das mal etwas mehr Eindruck)

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    Ich bin seit vielen, vielen Jahren Mitglied bei Verdi und auch wirklich bei allen Aktionen dabei. Ich bin auch mit dabei so lange zu streiken, bis auch die letzten es verstehen.
    Sollte aber ein Ergebnis akzeptiert werden, dass die SSz angreift, werde ich AUSTRETEN.
    Ich nehme Verdi in die Pflicht, durchzuhalten – es kann nicht wieder sein, dass die Sparkassenmitarbeiter zurückstecken, damit alle anderen zufrieden gestellt werden.
    Dann kann ich den Verdi-Beitrag auch monatlich zur Seite legen um dann am Jahresende was für die Weihnachtsgeschenke der Kinder über zu haben. Denn vom Gehalt wird da ja nichts mehr übrig bleiben, wenn die Arbeitgeber ihren Willen bekommen.

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    Einen Einschnitt in den garantierten Teil der SSZ halte ich für nicht hinnehmbar.
    Wenn prozentual nur ein niedriger Abschluss erreichbar ist, halte ich es für sinnvoll, sich für den Sockelbetrag einzusetzen, damit die niedrigeren Gehaltsgruppen etwas näher an die oberen Gehaltsgruppen heranrücken, bezw. der Abstand nicht noch größer wird.
    In Sparkassen mit einem hohen gewerkschaftlichen Organisierungsgrad sollte über längerfristige Arbeitsniederlegungen nachgedacht werden, wenn dies Sinn macht und Aussicht auf Erfolg hat. Wenn solche Maßnahmen aber von vornherein aussichtslos sind,
    sollte man davon Abstand nehmen.

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    Die Arbeitgeberseite will ein Sonderopfer und torpedieren die Sparkassensonderzahlung (SSZ) in jeder nur erdenklichen Form. Ein Tarifabschluss wird nur zustandekommen wenn die SSZ eingefroren oder sogar abgeschafft wird. Einen Keil zwischen die Arbeitnehmer zu treiben ist von den öffentlichen Arbeitgebern unehrenhaft und inakzeptabel. Einfach nicht tolerierbar, auch nicht als Kompromiss! Als Beschäftigte im öffentlichen Dienst sitzen wir alle in einem Boot. Heute werden die Sparkassler und morgen andere Beschäftigte des ö.D., mit sogenannten „erforderlichen Opfern“ ins Visier genommen! Das darf nicht durchgehen! Seit standhaft und wehrt euch!

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    Umwandlung von Gehaltsbestandsteilen für das Jobrad – warum nicht. Viele Kollegen wollen das und verstehen nicht warum ver.di dies blockiert.

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